CS-Studie: Die Rückkehr des Immobilienzyklus

Die Aufhebung der EUR/CHF-Wechselkursuntergrenze und der damit verbundene Frankenschock werden den Schweizer Immobilienmarkt nicht verschonen. Das schreibt die Credit Suisse in der neusten Ausgabe der Immobilienstudie 2015. Vorerst hätten jedoch die im Januar von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) flankierend eingeführten Negativzinsen die Attraktivität der Immobilienrenditen beträchtlich erhöht. Die Nullverzinsung langfristiger risikoarmer Anlagen, wie zum Beispiel 10-jährige Schweizer Staatsanleihen, und die Angst vor Negativzinsen treiben Investoren in Immobilien und lassen die Preise steigen, weil kaum Anlagealternativen mit ähnlich vorteilhaften Risiko-/Ertragskombinationen existieren. Dieser Kapitalzufluss hat jedoch laut Credit Suisse auch Schattenseiten. Er beschleunigt den Trend zum Überangebot. Der klassische Immobilienzyklus, bei dem letztlich ein Überangebot die lange Phase steigender Preise ablöst und der in der langen Boomphase des Immobilienmarktes kaum noch wahrnehmbar war, meldet sich zurück. Dies gelte umso mehr, als Zweitrundeneffekte des Frankenschocks die Flächennachfrage negativ beeinflussen werden, schätzt die CS. Auf den Geschäftsflächenmärkten hinterlasse der Immobilienzyklus in Form steigender Leerstände bereits unübersehbare Spuren. «Alle Zeichen sprechen dafür, dass sich mit einiger Verzögerung auf dem Mietwohnungsmarkt ein ähnlicher Angebotsüberschuss aufbaut. Die geringsten Auswirkungen werden auf dem Wohneigentumsmarkt erwartet, der seinen Kurs auf eine sanfte Landung beibehält».