Ausgabe 39/2025 vom 26.09.2025.

Diese Themen haben diese Woche die Immobilien-Schlagzeilen geprägt: Lesen Sie den Überblick in der «Crème de la Semaine».

Einschränkung des Beschwerderechts in Kraft

Seit Anfang August können Verbände gegen kleinere Bauprojekte innerhalb der Bauzone keine Einsprachen mehr einreichen. Die umstrittene Änderung des Natur- und Heimatschutzgesetzes (NHG) ist in Kraft getreten. Geändert wurde Artikel 12 NHG. Einsprachen von Verbänden bei Wohnbauten mit einer Geschossfläche von unter 400 Quadratmetern innerhalb von Bauzonen sind nicht mehr möglich – ausser es handle sich um Projekte innerhalb von national geschützten Ortsbildern (ISOS) oder von Biotopen mit nationaler, regionaler oder lokaler Bedeutung. Die Einschränkung des Verbandsbeschwerderechts geht zurück auf die Parlamentarische Initiative Bregy. Das Parlament beschloss die Änderung in der Herbstsession 2024 mit dem Ziel, den Wohnungsbau zu erleichtern und die Verfahren zu beschleunigen. Das Einspracherecht von Privaten, welche die grosse Mehrheit der Einsprachen verantworten, ist nicht tangiert. Auch das revidierte Umweltschutzgesetz, das am 1. April 2025 teilweise in Kraft getreten ist, enthält eine Lockerung beim Wohnungsbau: Die Bestimmungen zum Lärmschutz werden voraussichtlich ab Frühjahr 2026 gelten. Dabei handelt es sich um den erleichterten Wohnungsbau in lärmbelasteten Gebieten.

An seiner Sitzung von heute Freitag wies der Bundesrat die zuständigen Departemente an, die Anwendung des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS) zu verbessern und zu präzisieren. «Das vereinfacht die Abläufe für Baubewilligungen, die bislang teils sehr langwierig waren», so Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider. Konkret soll die direkte Anwendung des ISOS auf Fälle beschränkt werden, die sich unmittelbar aufs Ortsbild auswirken. Auch die Installation von Solaranlagen soll der Bundesrat vereinfachen. Künftig soll es nur noch für bestehenden Bauten eine Bewilligung brauchen. Für Neubauen wäre ISOS nicht mehr direkt anwendbar.

Swiss Prime Site betritt den europäischen Bondmarkt

Swiss Prime Site hat mit ihrer ersten Euro-Anleiheemission EUR 500 Millionen aufgenommen, wie das Unternehmen mitteilt. Die Anleihe hat eine Laufzeit von 6 Jahren und einen festen jährlichen Kupon von 3.125 %. Die Anleihe wurde, wie für Schweizer Emittenten auf dem europäischen Anleihemarkt üblich, über die Emissionsgesellschaft ELM B.V. begeben und von Swiss Prime Site AG garantiert. Die Anleihe wurde von Moody’s mit A3 bewertet, was dem Emittenten-Rating des Unternehmens entspricht. Der Kupon von 3.125 % auf die EUR-Anleihe entspricht 0.87 % in CHF und damit in etwa dem für CHF Finanzierungen zu erwartendem Zinssatz. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Finanzierungskosten per Ende Juni 2025 liegt der CHF Zinssatz um rund 0.1 Prozentpunkte tiefer. Alle Cashflows während der Laufzeit der Anleihe sowie die Rückzahlung im Jahr 2031 wurden durch eine Währungsabsicherung in CHF umgewandelt. Der Nettoerlös aus der Transaktion wird zur Finanzierung oder Refinanzierung von förderfähigen Projekten und Vermögenswerten gemäss der Definition im Green Finance Framework von Swiss Prime Site verwendet.

Nationalbank belässt SNB-Leitzins unverändert bei 0 Prozent

Die Nationalbank belässt den SNB-Leitzins unverändert bei 0%. Sichtguthaben der Banken bei der SNB werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins verzinst. Der Zinsabschlag auf Sichtguthaben oberhalb dieser Limite beträgt nach wie vor 0,25 Prozentpunkte. Bei Bedarf ist die Nationalbank weiterhin bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein, schreibt sie in einer Mitteilung. Der Inflationsdruck ist gegenüber dem Vorquartal praktisch unverändert. Die Inflation nahm seit der letzten Lagebeurteilung leicht zu. Sie stieg von −0,1% im Mai auf 0,2% im August. Zu diesem Anstieg hat insbesondere eine höhere Teuerung im Tourismus und bei importierten Waren beigetragen.

Im Vergleich zum Juni ist der Inflationsdruck praktisch unverändert. Kurzfristig dürfte die Inflation zwar leicht höher ausfallen. In der mittleren Frist bleibt die bedingte Inflationsprognose aber unverändert. Die Prognose befindet sich über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität (vgl. Grafik). Sie liegt im Jahresdurchschnitt wie im Vorquartal bei 0,2% für 2025, 0,5% für 2026 und 0,7% für 2027. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum 0% beträgt.

Das Wachstum der Weltwirtschaft verlangsamte sich in der ersten Jahreshälfte 2025 etwas. Die globale Konjunkturentwicklung wird durch die US-Zölle sowie die anhaltend hohe Unsicherheit gedämpft. In ihrem Basisszenario geht die Nationalbank davon aus, dass das Wachstum der Weltwirtschaft über die nächsten Quartale verhalten ausfallen wird. Die Inflation dürfte in den USA noch einige Zeit erhöht bleiben. In der Eurozone dürfte die Inflation hingegen nahe am Zielwert bleiben.

Die Unsicherheit in Bezug auf das Szenario für die Weltwirtschaft ist weiterhin hoch. Beispielsweise könnten die Handelsbarrieren weiter erhöht werden und zu einer stärkeren Verlangsamung der Weltwirtschaft führen. Es ist jedoch auch nicht auszuschliessen, dass sich die Weltwirtschaft als widerstandsfähiger erweist als angenommen.

In der Schweiz fiel das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal schwach aus. Nach einem kräftigen Anstieg im ersten Quartal stieg das Bruttoinlandprodukt (BIP) nur noch um 0,5%. Die starken Schwankungen im ersten Halbjahr waren vor allem auf die pharmazeutische Industrie zurückzuführen. Die Wertschöpfung stieg dort im ersten Quartal stark, da Lieferungen in die USA vorgezogen wurden. Im zweiten Quartal kam es zu einer entsprechenden Gegenbewegung, während die Dienstleistungsbranchen die Konjunktur stützten. Die Arbeitslosigkeit nahm in den letzten Monaten weiter zu.

Die wirtschaftlichen Aussichten für die Schweiz haben sich mit den deutlich höheren US- Zöllen eingetrübt. Die Zölle dürften vor allem die Exporte und Investitionen dämpfen. Besonders betroffen sind Unternehmen in der Maschinen- und Uhrenindustrie. Die Auswirkungen auf andere Branchen – insbesondere im Dienstleistungssektor – sind bislang begrenzt. Viele Konjunkturindikatoren deuten daher weiterhin auf eine stabile Lage und ein moderates Wachstum hin. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet die Nationalbank nach wie vor ein BIP-Wachstum von 1% bis 1,5%. Aufgrund der Zölle und der hohen Unsicherheit rechnet die Nationalbank für das kommende Jahr mit einem Wachstum von knapp 1%. Die Arbeitslosigkeit dürfte in diesem Umfeld weiter zunehmen. Die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz bleiben unsicher. Hauptrisiken sind die US- Handelspolitik und die Entwicklung der Weltwirtschaft.

Wohn- und Lebensqualität eines Standorts ist ein vielschichtiges Konzept

Die Wahl des Wohnorts gehört zu den zentralen Lebensentscheidungen von Haushalten und beinhaltet eine Fülle von Entscheidungskriterien. Die Reduktion der Standortwahl auf Kosten ist nicht sachgerecht, denn Steuerbelastung, Mieten oder Immobilienpreise sind für die meisten Haushalte nicht ausschlaggebend. Eine kostenorientierte Betrachtung ist zudem unvollständig. Ein Standort beinhaltet immer ein Bündel von Eigenschaften, wobei neben Kostenaspekten Leistungen und Qualitäten des Standorts entscheidend sind. Dies sind beispielsweise Zentralität, Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Sicherheit, Bildungsangebot, intakte und vielfältige Landschaften, soziale Einbindung oder das Image einer Gemeinde. Wer kulturelle Vielfalt sucht, achtet auf Nähe zu Museen, Restaurants und urbanem Leben. Familien mit Kindern hingegen legen womöglich mehr Gewicht auf Sicherheit, Schulen und eine intakte Umwelt. Die Attraktivität einer Gemeinde ergibt sich also nicht nur aus ihren Qualitäten an sich, sondern vor allem daraus, welche Bedeutung unterschiedliche Bevölkerungsgruppen diesen beimessen. Die «ideale Gemeinde» gibt es nicht, denn was Menschen an ihrem Wohnort schätzen, richtet sich nach ihren individuellen Bedürfnissen und Präferenzen. Diese unterscheiden sich stark und werden von persönlichen Vorstellungen, Lebensstil und Lebensphase beeinflusst. Ob die Wohnstandortwahl gelingt, hängt dann mitunter von Kosten und Budgetrestriktionen ab.

Die Wohn- und Lebensqualität eines Standorts ist ein vielschichtiges Konzept: Sie hängt nicht nur von Kosten ab, sondern von den Eigenschaften einer Gemeinde und davon, wie diese von verschiedenen Haushaltsgruppen wahrgenommen werden. Der Wohn- und Lebensqualitätsindex (WLQI) von FPRE bildet diese Komplexität ab. Er bewertet sämtliche Schweizer Gemeinden und berücksichtigt dabei unterschiedliche Haushaltsprofile, differenziert nach Lebensstil und Lebensphase. Der WLQI zeigt, in welchen Bereichen Gemeinden besonders stark sind und für welche Haushaltsprofile sie attraktiv wirken. Damit liefert er praxisnahe Orientierung – sowohl für private Haushalte bei der Wohnortwahl als auch für Investoren und Entwickler bei Standortentscheidungen sowie für Gemeinden bei Planung und Standortentwicklung.

Im Vergleich zu internationalen Städterankings bietet der WLQI eine schweizspezifische, landesweite und bevölkerungsnahe Perspektive; umfassend, differenziert und transparent. Die Totalrevision 2024 stärkt die methodische Basis zusätzlich und macht den Index zu einem verlässlichen Massstab für Wohn- und Lebensqualität in der Schweiz.

https://fpre.ch/wp-content/uploads/FPREview_Q4_2025.pdf

Geplante Fusion der Fonds UBS Green Property und UBS Direct Urban

Um ihre Diversifikation und Resilienz mit Fokus auf langfristige Investorenbedürfnisse zu stärken, plant UBS Fund Management (Switzerland) AG, ihre zwei gemischt genutzten, direkt investierenden Immobilienfonds zusammenzulegen, wie es in einer Mitteilung heisst.

Letzten November legte UBS Fund Management (Switzerland) AG ihre Pläne vor, Fonds mit ähnlichen Anlagestrategien zusammenzuführen. In einem nächsten Schritt sollen ihre zwei börsengehandelten, gemischt genutzten Schweizer Immobilienfonds mit direktem Grundbesitz – UBS (CH) Property Fund – Direct Green Property und UBS (CH) Property Fund – Direct Urban – per 31.12.2025 fusioniert werden. Der neu kombinierte Fonds wird UBS (CH) Property Fund – Direct Mixed Urban heissen und die Anlagestrategie der beiden Vorgängerfonds fortführen. Der Fokus liegt auf modernen, nachhaltigen Liegenschaften mit kommerziellen sowie Wohnnutzungen in urbanen Zentren und deren Agglomerationen. Infolge der Fusion wird UBS Mixed Urban zu einem der grössten direkt haltenden Schweizer Immobilienfonds mit einem diversifizierteren Portfolio von rund 80 Liegenschaften und einem Gesamtfondsvermögen von CHF 3.9 Mrd. (per 31.12.2024).

Die geänderten Fondsverträge werden nun bei der Aufsichtsbehörde eingereicht und der Abschluss der Fusion richtet sich nach dem üblichen Genehmigungsverfahren. Die Konditionen der Transaktion werden voraussichtlich Mitte März 2026 mit den letzten Geschäftsabschlüssen der Ende Dezember rückwirkend zu fusionierenden Fonds bekanntgegeben. Wie bereits angekündigt, plant UBS Fund Management (Switzerland) AG 2026/27 eine weitere Fusion der beiden börsengehandelten kommerziellen Schweizer Immobilienfonds mit indirektem Grundbesitz (UBS «Swissreal» und UBS «Interswiss»).

Nicolas Di Maggio: «Gegenwind mit indirekter Wirkung auf Immobilien»

Die 39-Prozent-Zölle auf ausgewählte Schweizer Exporte zeigen indirekte Wirkung auf die Immobilienmärkte, sagt Nicolas Di Maggio, CEO der Swiss Finance & Property AG. Die Nachfrage ist robust, Fonds tendierten überwiegend aufwärts. Bei einigen Immobiliengesellschaften zeigte sich zwar eine Konsolidierung, die jedoch eher auf hohe Bewertungen und technische Bereinigungen als auf die Zollankündigung selbst zurückzuführen ist.

Entgegen den Erwartungen wurden in der Schweiz moderate Inflationszahlen für den Juni veröffentlicht. Analysten kritisieren, die Schweizerische Nationalbank habe die Zinssätze zu schnell gesenkt. Sehen Sie das auch so?

Nicolas Di Maggio: Aus unserer Sicht bleibt die aktuelle Geldpolitik der SNB stimmig. Der Beginn des Zinssenkungszyklus 2024 kam zwar überraschend, die folgenden Anpassungen fügen sich jedoch in eine klare ökonomische Logik. Die SNB hat wiederholt gezeigt, dass sie zur Erfüllung ihres Mandats das Notwendige tut, und über die Jahre hohe Glaubwürdigkeit aufgebaut. Der starke Franken dämpft importierten Preisdruck, die verhaltene Binnennachfrage hält die Kerninflation niedrig, und die Renditen eidgenössischer Staatsanleihen verharren auf historisch tiefen Niveaus – ein Zeichen, dass keine kräftige Inflationsbeschleunigung erwartet wird. Vor diesem Hintergrund steht die Ausrichtung weniger für übermässige Lockerung als für einen pragmatischen Ansatz in einem Umfeld erhöhter Handelsrisiken und strukturell moderater, gut kontrollierter Inflation. Unterm Strich handelt die SNB umsichtig und glaubwürdig und behält die nötige Flexibilität, die Politik anzupassen, falls der Inflationsdruck wieder zunimmt.

Investoren wollen stabile Langfristanlagen, was dem Immobiliensektor zugutekommt. Im Juli wurden mehrere Kapitalerhöhungen erfolgreich durchgeführt. Wird es im zweiten Halbjahr so weitergehen?

Ja, jedoch selektiver. Die strukturelle Attraktivität des Schweizer Immobilienmarktes bleibt intakt, gestützt durch solide Nachfrage und einen Renditeabstand von rund 2 Prozent gegenüber langen CHF-Zinsen – über dem historischen Schnitt. Die jüngsten erfolgreichen Kapitalerhöhungen belegen die hohe Aufnahmefähigkeit des Marktes. Gleichzeitig begrenzen eine umfangreiche Emissions-Pipeline, erhöhte Bewertungen, etwas geringere Markttiefe und fragilere technische Signale den Spielraum. Entsprechend erwarten wir anhaltende Primäraktivität, aber weniger gleichmässig verteilt und mit stärkerer Selektion zwischen den Vehikeln.

Schwierig wird es für Anlagegefässe, die nicht im eigenen Bestand entwickeln und Werte schaffen können. Die Preise für Neueinkäufe sind hoch. Wird die Verschuldung noch tragbar?

Kurzfristig dürfte das Thema Verschuldung weniger ins Gewicht fallen: sinkende Finanzierungskosten entlasten die Bilanzen und eröffnen eine Phase relativer Stabilität. Mittelfristig entscheidet die Wertschöpfung: Wer Cashflows verbessert und Objektwerte gezielt steigert, ist klar im Vorteil. Deshalb verfolgen wir die Rendite auf den Gestehungskosten besonders genau – ein Kennwert, der die Spreu vom Weizen trennt.

35 Prozent des SREAL-Index werden nach den Fondsfusionen zwischen CS und UBS von UBS verwaltet und 9 Prozent von Swiss Prime Site. Beim SWIIT ist die UBS-Dominanz mit 48 Prozent noch ausgeprägter. Entstehen hier Probleme für die Investoren?

Die Konzentrationsfrage stellt sich vor allem für passive Anleger. Wer Indizes wie SREAL oder SWIIT repliziert, glaubt Diversifikation zu kaufen, ist faktisch aber auf mehreren Ebenen stärker auf denselben Akteur konzentriert. Für aktive Mandate gilt: Es ist Aufgabe der Portfoliomanager, Konzentrationsrisiken zu identifizieren, zu diversifizieren und opportunistisch zu nutzen, wenn Indexdominanz Bewertungsverzerrungen schafft.

Die USA belegen die Schweiz mit 39 Prozent Zöllen: Was bedeutet das für die Schweizer Immobilienmärkte?

Die 39-Prozent-Zölle auf ausgewählte Schweizer Exporte sind ein externer Gegenwind mit indirekter Wirkung auf Immobilien. Am stärksten betroffen sind industriell geprägte Regionen; Finanz-/Dienstleistungszentren wie Zürich gelten als robuster. In diversifizierten Portfolios bleibt das Gesamtrisiko begrenzt. Bei konzentrierten Engagements sollte die Allokation zu Unternehmen oder Standorten mit direkter Zollbetroffenheit sorgfältig geprüft werden. Der Pharmasektor ist bislang ausgenommen, bleibt jedoch ein Beobachtungspunkt – insbesondere für die Region Basel im Fall einer Ausweitung.

Wie haben die Märkte bisher darauf reagiert?

Die Aktienmärkte reagierten mit leichtem, kurzfristigem Rückgang, deutlich milder als nach der Grundsatzrede Anfang April, die stärkere Korrekturen ausgelöst hatte. Diesmal standen vor allem Exportwerte und Industrieaktien unter Druck. Im Immobilienmarkt bleibt die Funktion als sicherer Hafen erhalten: Die Nachfrage ist robust, Fonds tendierten überwiegend aufwärts. Bei einigen Immobiliengesellschaften zeigte sich zwar eine Konsolidierung, die jedoch eher auf hohe Bewertungen und technische Bereinigungen als auf die Zollankündigung selbst zurückzuführen ist.

Was sind die Auswirkungen auf die Baukosten?

Kurzfristig kein Schock: Amont-Indizes (Material, Energie, Transport) haben sich seit den Spitzen 2022/23 beruhigt; Aval-Indizes (Preis am Bauwerk inkl. Lohn, Technik, Margen) steigen nur moderat, hauptsächlich lohngetrieben. Die entspanntere Finanzierungslage dämpft zusätzlich. Mittelfristig besteht ein leicht aufwärtsgerichtetes Risiko: Verschärfte Handelskonflikte oder neue Engpässe bei Energie/Logistik könnten die Amont-Preise wieder erhöhen und mit Verzögerung in die Aval-Preise durchschlagen.

Kommt es nun zu der lang erwarteten bremsenden Wirkung auf die Immobilienpreise?

Kurzfristig erwarten wir keinen Bremseffekt: Solide Fundamentaldaten und ein Leitzins von 0 Prozent bei 10-Jahres-Renditen um 0,3 – 0,4 Prozent stützen die Nachfrage und die Renditeprämie – besonders im Wohnen. Mittelfristig ist eher mit einer Normalisierung zu rechnen: Der makroökonomische Effekt der US-Zölle – geschätzt –0,3 Prozent bis –1 Prozent des BIP – könnte die Aktivität dämpfen und indirekt den Wanderungsüberschuss abschwächen. Das würde die Preisdynamik abkühlen, ohne einen abrupten Trendbruch zu erzwingen; regionale/segmentale Unterschiede nähmen zu, insbesondere in exportorientierten Bereichen.

Welche regionalen und sektoriellen Unterschiede erwarten Sie?

Die Exportexposition ist der zentrale Treiber der Streuung. Basel bleibt solide, solange die Pharma zollfrei bleibt; bei Ausweitung wäre dies der wichtigste Beobachtungspunkt. Das Jura-Bogen-Gefüge und mehrere Industriekantone auf dem Mittelland sind konjunktur- und zollsensibler, während Zürich als Dienstleistungs-/Finanzknoten resilienter erscheint. Wohnen zeigt die höhere Grundresilienz; entscheidend ist jedoch die Qualität der einzelnen Assets, nicht die blosse Sektorwahl.

Bleibt es also beim Schweizer Immobilienmarkt als „sicherem Hafen“?

Ja, mit Nuancen. Der Markt behält seine Eigenschaften als sicherer Hafen, getragen von einem Leitzins von 0 Prozent und 10-Jahres-Renditen um 0,3 – 0,4 Prozent, was eine attraktive Renditeprämie und anhaltende CHF-Nachfrage stützt. Höhere Bewertungen und teils fragilere Technik sprechen für Selektivität; eine mögliche Ausweitung der US-Zölle oder externer Gegenwind könnten temporäre Konsolidierungen auslösen, ohne die langfristigen Fundamentaldaten in Frage zu stellen.

Wie stehen die Immobilienmärkte im Vergleich zu anderen Anlageklassen da?

Immobilien bleiben gegenüber Obligationen attraktiv (besserer laufender Ertrag/Renditeabstand) und zeigen gegenüber Aktien mehr Stabilität. Nach einer Phase starker Überrenditen gegenüber Aktien, Anleihen und ausländischen Pendants ist Selektivität entscheidend – Qualität der Assets, Agio/Bewertung und Cash-flow- Fähigkeit – mit einem taktischen Bias zugunsten von Fonds, solange die Konsolidierung bei Immobilienaktien nicht vollständig durchlaufen ist.

Interview: Remi Buchschacher

Nicolas Di Maggio ist CEO der Swiss Finance & Property AG.

Durchschnittliche Wohnfläche pro Person beträgt 46,6 Quadratmeter

2024 gab es in der Schweiz 1,8 Millionen Gebäude mit Wohnnutzung und 4,84 Millionen Wohnungen. 35% der Gebäude wurden mit Heizöl beheizt, 17% mit Gas. Gut ein Viertel der Einfamilienhäuser (28%) und jeder fünfte Haushalt (20%) sind mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Dies geht aus der Gebäude- und Wohnungsstatistik des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

Ende 2024 wurden in der Schweiz 1,8 Millionen Gebäude mit Wohnnutzung sowie 4,84 Millionen Wohnungen gezählt. Über eine Million aller Gebäude waren Einfamilienhäuser und mehr als die Hälfte der bewohnten Einfamilienhäuser (55%) wurden lediglich von einer oder von zwei Personen belegt. Die durchschnittliche Wohnfläche einer bewohnten Wohnung lag bei 102 m². Insgesamt 54% aller Wohnungen verfügen über drei oder vier Zimmer. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Person betrug in der Schweiz 46,6 m². Dieser Wert war bis 2021 regelmässig angestiegen und stagniert seither. Unter den Grossregionen wies die Genferseeregion mit 42,5 m² die kleinste durchschnittliche Wohnfläche pro Person auf und lag damit unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt. Am meisten Wohnfläche stand den Personen in der Ostschweiz (49,6 m²) und im Tessin (49,7 m²) zur Verfügung. 2024 betrug die durchschnittliche Grundrissfläche von Wohngebäuden 174 m². Bei Neubauten nimmt diese seit 2000 laufend zu. In den letzten zehn Jahren erstellte Wohngebäude wiesen eine durchschnittliche Grundrissfläche von 230 m² auf und boten gleichzeitig mehr Bewohnerinnen und Bewohnern Platz.

Weniger Ölheizungen und mehr Wärmepumpen

52% der Wohngebäude in der Schweiz wurden im Jahr 2024 mit fossilen Energieträgern (Öl und Gas) beheizt. Die wichtigste Energiequelle fürs Heizen war weiterhin Heizöl, das in 35% aller Gebäude genutzt wurde. Dieser Anteil ist jedoch im Laufe der letzten 40 Jahre konstant zurückgegangen. In 17% aller Gebäude war eine Gasheizung installiert, wobei dieser Anteil zwischen städtischen und ländlichen Regionen stark variierte. In städtischen Gemeinden wurden 29% der Gebäude mit Gas beheizt, in ländlichen Gemeinden lediglich 4%.

Der Anteil der Gebäude mit einer Wärmepumpe (23%) hat sich seit dem Jahr 2000 verfünffacht. Drei Viertel der in den letzten zehn Jahren erbauten Gebäude verfügten über eine Wärmepumpe. In mehr als jedem vierten Einfamilienhaus (28%) war eine solche in Betrieb. 12% der Gebäude wurden mit Holz und 7% mit Elektrizität beheizt. Auf Ebene der Haushalte sieht die Situation etwas anders aus. 60% der Haushalte heizten 2024 mit fossilen Energieträgern (35% Heizöl, 25% Gas) und 20% der Haushalte wohnten in einem Gebäude mit Wärmepumpe.