Wohneigentum teurer: Einfamilienhäuser mit Preisschub

Die Angebotspreise für Wohneigentum haben sich im August unterschiedlich entwickelt: Während Einfamilienhäuser – entgegen der Tendenz der letzten Monate – schweizweit zu höheren Preisen angeboten werden, fällt der Anstieg bei Eigentumswohnungen moderat aus. Dies zeigen die aktuellen Zahlen des ImmoScout24-Kaufindex.
Die mittleren Schweizer Angebotspreise für Einfamilienhäuser sind im August gegenüber dem Vormonat um 1,0 Prozent gestiegen. Auf den Preisschildern von Eigentumswohnungen war im abgelaufenen Monat nur eine geringe Erhöhung von 0,3 Prozent sichtbar. Das Wohnungssegment setzt damit seinen moderaten Aufwärtstrend fort, während sich die Preiserwartungen im Markt für Einfamilienhäuser im Monat August spürbar dynamischer präsentieren. Dies zeigt die Analyse der Immobilien-Inserate im Rahmen des ImmoScout24-Kaufindex, der von ImmoScout24 in Zusammenarbeit mit dem Immobilienberatungsunternehmen IAZI erhoben wird.
Fast überall höhere Angebotspreise
Anbieter:innen von Einfamilienhäusern haben ihre Preiserwartungen in einigen Regionen merklich nach oben geschraubt: Auffällig sind die Zunahmen in der Zentralschweiz (plus 3,7 Prozent), im Tessin (plus 2,6 Prozent) und in der Region Mittelland (plus 2,3 Prozent). Ebenfalls mit einer höheren Zahlungsbereitschaft rechnen die Anbieter:innen in der Grossregion Zürich (plus 1,1 Prozent), in der Ostschweiz (plus 0,8 Prozent) und in der Nordwestschweiz (plus 0,3 Prozent). Einzig in der Genferseeregion reduzieren sich die Werte um 1,1 Prozent.
Ostschweizer Angebote legen am stärksten zu
Je nach Region sind bei den Angebotspreisen für Stockwerkeigentum gegenläufige Tendenzen zu beobachten. Eine deutliche Erhöhung zeigt sich in der Ostschweiz (plus 1,8 Prozent). Während in der Region Mittelland ebenfalls höhere Preise angesetzt werden (plus 0,6 Prozent), bleiben die Werte in der Genferseeregion gegenüber dem Vormonat unverändert. In vier Regionen gibt es Nachlässe: In der Zentralschweiz und im Tessin um je minus 0,4 Prozent, in der Grossregion Zürich und in der Nordwestschweiz um je minus 0,2 Prozent.
Wohnraum schaffen – aber mit Augenmass
Solange das Wohnungsangebot nicht im gleichen Tempo wächst wie die Bevölkerung, die Haushaltszahl und der Flächenbedarf, bleibt der Druck auf Wohn- und Eigenheimpreise hoch.
Martin Waeber, Managing Director Real Estate der SMG Swiss Marketplace Group, sagt: “Der Spielraum für die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum ist in der Schweiz jedoch eng begrenzt: Siedlungsflächen beanspruchen in der Schweiz rund acht Prozent der Landesfläche und reine Wohnflächen machen weniger als drei Prozent der Landesfläche aus. Die Schaffung neuen Baulands ist insbesondere in den Zentren mit hohen planerischen und baurechtlichen Hürden verbunden. Umso wichtiger sind hochwertige Verdichtung, Aufstockungen, Ersatzneubauten und die Umnutzung geeigneter Flächen – etwa von leerstehenden Bürogebäuden.”
Gleichzeitig bremsen lange Planungs- und Bewilligungsverfahren die Bautätigkeit. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Zahl der neuen Wohnungen. Der wachsende Bedarf hängt neben der Bevölkerungsentwicklung auch vom Trend hin zu mehr Ein-Personen-Haushalten und dem insgesamt steigenden Wohnflächenbedarf ab. Waeber ergänzt: “Neue Wohnungen müssen zudem dort entstehen, wo Arbeitsplätze, Verkehrsanbindung und Nachfrage vorhanden sind. Eine nachhaltige Entspannung setzt daher eine Bautätigkeit voraus, die sich an der langfristigen Nachfrage orientiert.”
