Der Schweizer Markt für Wohneigentum bleibt auch im Juni von einer stabilen Nachfrage geprägt. Während die Angebotspreise für Eigentumswohnungen weiter nach oben tendieren, zeichnet sich bei Einfamilienhäusern eine Konsolidierung ab: Landesweit verharren die ausgeschriebenen Hauspreise nahezu auf dem Niveau des Vormonats. Regional sind sowohl spürbare Preisaufschläge als auch rückläufige Angebotspreise zu beobachten. Dies zeigen die aktuellen Zahlen des ImmoScout24-Kaufindex.

Der von ImmoScout24 und dem Immobilienberatungsunternehmen IAZI berechnete Kaufindex weist für Eigentumswohnungen im Juni einen Anstieg der inserierten Preise von durchschnittlich 0,7 Prozent aus. Bei Einfamilienhäusern fällt die Veränderung mit einem Plus von lediglich 0,1 Prozent hingegen kaum ins Gewicht. Dass die Preisvorstellungen der Anbieter:innen von Wohneigentum trotz regional unterschiedlicher Entwicklungen auf hohem Niveau verharren, ist nicht zuletzt auf das weiterhin attraktive Finanzierungsumfeld zurückzuführen. Dieses wirkt sich stützend auf die Nachfrage aus.

Zwischen günstiger Finanzierung und hohen Hürden
“Nachdem die Schweizerische Nationalbank ihren Leitzins im vergangenen Jahr schrittweise auf null Prozent gesenkt hat, sind insbesondere SARON-Hypotheken deutlich günstiger geworden. Und auch die Zinssätze für langfristige Festhypotheken liegen unter dem Vorjahresniveau”, sagt Martin Waeber, Managing Director Real Estate der SMG Swiss Marketplace Group. In Kombination mit dem anhaltend knappen Angebot führe dies zu einer weiterhin stabilen bis steigenden Preisentwicklung. Für viele Haushalte bleibt der Erwerb einer Wohnimmobilie dennoch erstrebenswert. Waeber ergänzt: “Gelingt es, die hohen Anforderungen an Eigenmittel und Tragbarkeit zu erfüllen, liegen die laufenden Wohnkosten häufig unter jenen einer vergleichbaren Mietwohnung.”Hinter der nationalen Angebotspreisentwicklung stehen teils ausgeprägte regionale Divergenzen, die auf eine unterschiedlich starke Marktdynamik in den einzelnen Landesteilen hindeuten.

Eigentumswohnungen: Stärkste Preissteigerung in der Grossregion Zürich
Bei Eigentumswohnungen setzt sich der Aufwärtstrend in den meisten Landesteilen fort. Besonders kräftig ziehen die ausgeschriebenen Preise in der Grossregion Zürich an, wo sie gegenüber dem Vormonat einen Anstieg um 2,3 Prozent verzeichnen. Ebenfalls höhere Preiserwartungen hegen Verkäufer:innen in der Zentralschweiz (plus 1,7 Prozent) und in der Nordwestschweiz (plus 1,5 Prozent). Auch im Tessin (plus 1,1 Prozent) sowie in der Genferseeregion (plus 0,4 Prozent) werden Zunahmen festgestellt. Rückgänge zeigen sich hingegen in der Ostschweiz (minus 0,6 Prozent) und im Mittelland (minus 0,5 Prozent).

Einfamilienhäuser: Preiskorrektur in der Zentralschweiz 
Im Markt für Einfamilienhäuser zeichnet sich ein heterogenes Bild ab. In der Zentralschweiz sinken die Preise trotz des anhaltend knappen Angebots um 3,2 Prozent deutlich. Damit setzt sich die im Frühjahr begonnene Preiskorrektur in dieser Region fort. Auch im Mittelland (minus 1,3 Prozent) und in der Nordwestschweiz (minus 0,7 Prozent) werden Einfamilienhäuser günstiger ausgeschrieben als im Vormonat. Demgegenüber bleiben die Preisvorstellungen im Tessin (plus/minus 0 Prozent) stabil. In den übrigen Landesteilen rechnen Anbieter:innen hingegen mit einer höheren Zahlungsbereitschaft: In der Ostschweiz steigen die Angebotspreise um 2,1 Prozent, in der Grossregion Zürich um 1,4 Prozent und in der Genferseeregion um 0,7 Prozent.