CBRE-Analyse: Hybrides Arbeiten – Eine dauerhafte Transformation

Entgegen medialer Berichte über einzelne Unternehmen, die hybride Arbeitspraxis einzuschränken, wenn nicht sogar zurückzufahren, etabliert sich hybrides Arbeiten in der Schweiz und Deutschland als feste Grösse in der Arbeitswelt. Jüngste Daten widerlegen die Annahme einer Trendumkehr und zeigen vielmehr eine Phase der Rekalibrierung von Homeoffice-Praktiken in Unternehmen.
Stabile Verbreitung hybrider Modelle: In der Schweiz setzen aktuell 77 % der Unternehmen auf hybride Arbeitsmodelle, was mehr als einer Verdoppelung im Vergleich zur Vor-COVID-Zeit entspricht. Der Anteil der hybrid arbeitenden Erwerbstätigen hat sich seit 2022 auf rund 37 % stabilisiert. Auch in Deutschland boten 2025 weiterhin 79 % der Unternehmen hybride Arbeit an. Der Anteil der Beschäftigten mit Homeoffice liegt dort stabil bei 23–24 %. Lediglich 4–5 % der Unternehmen in Deutschland erwägen, das Homeoffice vollständig abzuschaffen, während 74 % planen, hybride Modelle beizubehalten, und 11 % sogar eine Ausweitung der Flexibilität in Betracht ziehen. Eine Analyse der Stellenanzeigen, ein zuverlässiger Indikator für mittelfristige Entwicklungen innerhalb von Organisationen zeigt, dass hybrides Arbeiten seit 2023 auf konstantem Niveau als Teil der ausgeschriebenen Stellen beworben wird. (20% in Deutschland, 15% in der Schweiz).
Rekalibrierung der Präsenzzeit im Büro: Zwar ist die durchschnittliche Homeoffice-Zeit pro Woche in der Schweiz leicht von 1,36 auf 1,15 Tage gesunken und in Deutschland von 1,0 auf 0,85 Tage, doch dies ist eher als eine Feinjustierung zu verstehen. Unternehmen versuchen, das richtige Mass an Büropräsenz zu finden, um die Leistungsfähigkeit, die Teamzusammenarbeit und die Unternehmenskultur zu stärken.
Das Büro als Attraktor neu gedacht
Die Erkenntnis wächst, dass das Büro in einer hybriden Arbeitswelt eine neue Funktion einnehmen muss. Es wandelt sich von einem reinen Pflichtort zu einem zentralen Treffpunkt für Zusammenarbeit, Wissensaustausch, Networking und die Stärkung der Unternehmenskultur. 75 % der Mitarbeitenden sehen im Büro den besseren Ort für sozialen Austausch, 58 % für Networking und Karrierepflege, und 49 % für kreative Interaktion. Das neue Büro muss einen erlebbaren Mehrwert bieten, um die Anreise für Mitarbeitende attraktiv zu gestalten und ein Gefühl der Zugehörigkeit und Identifikation zu fördern. Hybrides Arbeiten ist somit keine vorübergehende Erscheinung, sondern das „neue Normal“. Unternehmen sind gefordert, ihre Arbeitsmodelle und Büroflächen aktiv an den neuen Kontext anzupassen, um so die positiven Effekte zu maximieren und die einschränkenden Kräfte ganz bewusst in den Schranken zu halten: Gemäss CBRE-Umfrage hat sich eine grosse Mehrheit der befragten Unternehmen das Ziel gesetzt, die Büroraum(aus)nutzung zu verbessern (72%) sowie das «Office-Erlebnis» nachhaltig zu steigern (66%).»
