Eigentumswohnungen bleiben gefragt und werden gar wieder schneller verkauft. Trotz eines Rekordangebots von rund 101’000 inserierten Objekten verkürzt sich die durchschnittliche Insertionsdauer 2025 um acht Tage. Dies zeigt: Die Nachfrage nach diesem Segment zieht wieder an. Das Wachstum des Angebots hat sich zuletzt jedoch deutlich verlangsamt. Gleichzeitig lässt sich beobachten, dass die Entwicklung regional unterschiedlich verläuft, wobei die Zentralschweiz bzgl. Insertionsdauer weiterhin an der Spitze liegt.

Nach dem deutlichen Anstieg des Angebots an Eigentumswohnungen im Vorjahr setzt sich der Aufwärtstrend auch im Jahr 2025 fort – konkret wird mit rund 101’000 inserierten Objekten ein neuer Höchststand erreicht, der seit dem Studienbeginn im Jahr 2016 unerreicht ist. Gleichzeitig verliert das Wachstum deutlich an Schwung: betrug der Zuwachs an ausgeschriebenen Eigentumswohnungen von 2023 auf 2024 noch 19.1 %, schrumpfte er im darauffolgenden Jahr auf 1.2 %. Anders als noch im Jahr 2024 verkürzt sich parallel zur Angebotszunahme die durchschnittliche Insertionsdauer um acht Tage auf nunmehr 84 Tage. Damit liegt sie zwar weiterhin über dem Niveau früherer Jahre, allerdings klar unter dem Spitzenwert von 2024.

Diese Entwicklung dürfte im Zusammenhang mit dem veränderten Zinsumfeld stehen: Seit 2024 sind die Finanzierungskosten gesunken und Banken zeigen teilweise wieder eine höhere Bereitschaft zur Vergabe von Hypotheken. Dadurch hat sich die Attraktivität von Wohneigentum gegenüber dem Mietmarkt erhöht. Gleichzeitig verkürzt sich die Vermarktungsdauer trotz weiterhin hohem Angebotsniveau. Dies deutet darauf hin, dass die zusätzliche Angebotsmenge vom Markt gut aufgenommen wird und die Nachfrage nach Eigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt zugenommen hat. Neben den verbesserten Finanzierungskonditionen spielt auch das Bedürfnis nach einer langfristig gesicherten Wohnsituation eine Rolle. Wohneigentum bietet im Vergleich zum Mietverhältnis mehr Stabilität und gewinnt damit für viele Haushalte wieder an Bedeutung, auch als Form langfristiger finanzieller Absicherung.

Für Martin Waeber, Managing Director Real Estate bei der SMG Swiss Marketplace Group, zeigen die aktuellen Ergebnisse, dass sich der Markt nach einer starken Angebots-Ausweitung wieder in Richtung Gleichgewicht bewegt: «Dass sich die Vermarktungsdauer trotz weiterhin hohem Angebot verkürzt, zeigt, dass die Nachfrage in der Schweiz ungebrochen und robust ist. Wer heute sein Wunschobjekt entdeckt, entscheidet sich wieder schneller – selbst bei grossem Angebot. Die Nachfrage bleibt hoch, und gut positionierte Objekte finden weiterhin rasch eine Käuferschaft.» Gleichzeitig verändert das breite Angebot das Verhalten der Käufer:innen: «Sie vergleichen mehr und prüfen genauer. Für Anbieter:innen bedeutet das nicht weniger Nachfrage, aber mehr Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Entscheidend ist, wie gut eine Immobilie präsentiert wird und ob sie dadurch den richtigen Menschen erreicht. Denn zu jedem Topf gehört sprichwörtlich der passende Deckel.»

Schere bei Insertionsdauer verringert sich deutlich
Dieselbe Gegenbewegung bei den Insertionszeiten zeigt sich auch auf regionaler Ebene: In sämtlichen Grossregionen verkürzt sich die Vermarktungsdauer gegenüber 2024. Ausgeschriebene Eigentumswohnungen finden 2025 also wieder schneller eine Käuferschaft. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang in den Regionen Tessin (minus 37 Tage), Waadt/Wallis (minus 14 Tage) sowie im Espace Mittelland (minus 10 Tage). Damit nähern sich die Insertionszeiten in vielen Regionen wieder dem Niveau von 2023 – vor dem starken Anstieg im Jahr 2024 – an. In der Rangfolge der Regionen lässt sich hingegen wenig Veränderung ausmachen, wenngleich sich die Schere zwischen den beiden Extremen wieder deutlich verringert hat. Die kürzesten Insertionszeiten weisen weiterhin die Zentralschweiz (61 Tage), Zürich (64 Tage) sowie die Region Genf (65 Tage) auf. Am anderen Ende bleibt das Tessin (131 Tage) trotz deutlicher Verkürzung der Vermarktungsdauer die Region mit den längsten Insertionszeiten.

Nachfrage im Tessin hoch hinaus
Die Kombination der Veränderungen bei der Insertionsdauer und der Anzahl der Online-Inserate erlaubt Rückschlüsse auf die Nachfrage nach Eigentumswohnungen. In dieser Kombination zeigt sich für 2025 eine zunehmende Nachfrage insbesondere im Tessin sowie in der Waadt. Denn in diesen Regionen verkürzt sich die Insertionsdauer, obwohl das Angebot zugenommen hat. Besonders ausgeprägt ist diese Entwicklung im Tessin: Trotz eines deutlichen Anstiegs der Anzahl Inserate (plus 10 %) von 2024 auf 2025 verkürzt sich die Insertionsdauer wie beschrieben markant (minus 22 %). Entsprechend kann von einer merklich gestiegenen Nachfrage in dieser Region gesprochen werden.

Demgegenüber stehen die Regionen Zentralschweiz und Genf, in denen sowohl das Angebot als auch Vermarktungsdauer zurückgehen. Dies deutet auf eine rückläufige (Zentralschweiz) oder zumindest stabile (Genf) Nachfrage hin. Damit stehen 2024/2025 im direkten Kontrast zur Vorperiode 2023/2024, als das Tessin die rückläufigste Nachfrage aufwies, während sie insbesondere in Genf deutlich zulegte (siehe Studienergebnisse von April 2025). Abschliessend ergibt sich zusammenfassend für das Jahr 2025 ein differenziertes Bild: Während die Nachfrage in 2025 gesamtschweizerisch zunimmt, gibt es auch durchaus Regionen mit leicht sinkender Nachfrage. Entgegen der vermeintlichen Erwartung ist dies jedoch nur in zwei der drei Regionen mit rekordtiefen Insertionszeiten von rund zwei Monaten der Fall.

Für Markus Meier, Direktor des Schweizerischen Hauseigentümerverbandes, zeigen die Studienergebnisse, dass der Wunsch nach Wohneigentum in der Schweiz ungebrochen ist: «Dass Eigentumswohnungen trotz des grossen Angebots wieder schneller verkauft werden, ist ein deutliches Zeichen. Schweizer:innen wollen in den eigenen vier Wänden wohnen. Erfreulicherweise ist der Traum vom Wohneigentum für viele Menschen nach wie vor realisierbar. Die Politik muss aber sicherstellen, dass dies auch in Zukunft so bleibt und dass breitere Bevölkerungsschichten, und insbesondere junge Familien, wieder einen besseren Zugang zu Wohneigentum haben.»

Für Peter Ilg, Studienleiter sowie Leiter des Swiss Real Estate Instituts, ist insbesondere die Entwicklung des Angebots bemerkenswert: «Seit Beginn dieser jährlichen Studie im Jahr 2016 wurden, mit aktuell über 100’000 Angeboten, noch nie so viele Eigentumswohnungen ausgeschrieben.» Dieses lasse sich nicht durch Neubautätigkeit erklären, im Gegenteil: «Angesichts der rückläufigen Baugesuche in den vergangenen Jahren dürfte ein grosser Teil des Angebots aus dem Bestand stammen.» Ilg sieht einen Teil der Angebotszunahme in der zunehmenden Alterung der Bevölkerung. Gleichzeitig identifiziert er eine zweite Ursache: Aufgrund der gestiegenen Preise sei es für einzelne Erb:innen oft nicht mehr möglich, ihre Geschwister auszuzahlen und das Objekt der Eltern zu übernehmen. Dadurch verblieben weniger Eigentumswohnungen innerhalb der Familie und mehr Bestandsobjekte gelangten auf den Markt.

Die neueste Ausgabe der Online Home Market Analysis von ImmoScout24 in Zusammenarbeit mit dem Hauseigentümerverband Schweiz sowie dem Swiss Real Estate Institute analysiert die Inserate für Eigentumswohnungen für das Jahr 2025. Die ausgewerteten Inserate stammen von mehreren bekannten Immobilienportalen und umfassen damit die Mehrheit aller Online-Inserate während des Untersuchungszeitraumes in der Schweiz.