Angebotsmieten im Plus, aber Preisdynamik schwächt sich ab

Die Angebotsmieten in der Schweiz bewegen sich im ersten Quartal des Jahres weiterhin dynamisch mit geografischen Akzenten, darunter in der Zentralschweiz. Aber auch in der Stadt Zürich scheint die Verschnaufpause nachzulassen. Dies zeigen die aktuellen Zahlen des Homegate-Mietindex. Die geringe Wohnbautätigkeit als primärer Preistreiber bleibt bestehen. Dies vermögen selbst eine reduzierte Zuwanderung und ein gesenkter Referenzzinssatz nicht restlos zu entkräften, wenngleich sich die Preisdynamik abschwächt.
Der Homegate-Mietindex für Angebotsmieten wird vom Immobilienmarktplatz Homegate in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erhoben. Er misst die monatliche, qualitätsbereinigte Veränderung der Mietpreise für neu und wieder zu vermietende Wohnungen anhand der aktuellen Marktangebote. Gegenüber dem Vormonat ist der Index im März 2026 um 0.2 Punkte gestiegen und steht nun bei 133.1 Punkten (plus 0.2 %). Im ersten Quartal verzeichnen die Angebotsmieten schweizweit ein moderates Wachstum von 0.7 %, gegenüber dem Vorjahr sind sie um 2.3 % angestiegen. Haupttreiber dieses Anstiegs ist die geringe Wohnbautätigkeit im Verhältnis zur nach wie vor hohen Nachfrage. So legte der Mietindex im Vorjahr (März 2025 versus März 2024) noch 2.6 % zu, nochmals ein Jahr zuvor waren es 5.5 %. Dies verdeutlicht die abnehmende Dynamik bei den Angebotsmieten. Ebenso trägt die tendenziell rückläufige Zuwanderung zum abgeschwächten Anstieg der Angebotsmieten bei. Im Jahr 2025 sind netto gut zehn Prozent weniger Personen in die Schweiz eingewandert als noch im Jahr zuvor. Und in den ersten Monaten dieses Jahres setzte sich der Rückgang fort, was die zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum zur Miete weiter dämpft.
Bautätigkeit und Zuwanderung sind aber nur ein Teil der Erklärung, wie Martin Waeber, Managing Director Real Estate der SMG Swiss Marketplace Group, weiss: “Die letzte Senkung des Referenzzinssatzes hat ebenso einen Einfluss auf die ausgeschriebenen Mieten. Denn dies führte Anfang Jahr zu einem Rückgang der Bestandsmieten, was wiederum den Aufwertungsdruck bei den Angebotsmieten reduziert”. Insgesamt würden diese Entlastungsfaktoren jedoch nicht ausreichen, um das Mietzinsniveau zu stabilisieren, so Waeber. Konsequenz: “Die Angebotsmieten steigen weiter, wenn auch weniger stark als in den Vorjahren”.
Veränderung in den Kantonen: Zentralschweiz liegt vorne
Bei der Entwicklung der Angebotsmieten auf Kantonsebene fällt auf, dass sich gegenüber dem Vormonat zahlreiche Kantone rückläufig entwickeln, allen voran Uri (minus 1.7 %) sowie Ob- und Nidwalden (je minus 1.1 %). Insgesamt haben sich aber in über der Hälfte der Kantone die Angebotsmieten reduziert. Nennenswert gestiegen sind sie indes in Waadt und Schwyz (je 1.1 %). Verglichen mit dem Vorjahr verzeichnet die Zentralschweiz das stärkste Wachstum – auch unter den Städten (siehe unten). So weisen die Kantone Nidwalden (7.3 %) und Zug (5.1 %) für die vergangenen zwölf Monate einen ausgeprägten Anstieg der Angebotsmieten auf. Diese Mietpreisdynamik in der Innerschweiz ist nicht neu, sondern setzt die starken Wachstumsraten der Vorjahresperioden fort.
Veränderung in den Städten: Verschnaufpause in Zürich scheint vorbei
Bei den untersuchten Städten liegt Luzern mit einem Anstieg von 8.2 % innert der letzten zwölf Monate klar an der Spitze, wobei sich hier allein im ersten Quartal 2026 die Mietpreise um 3.1 % erhöht haben. Daneben fällt auf, dass die Angebotsmieten in der Stadt Zürich mit einem Anstieg von 1.6 % im ersten Quartal überdurchschnittlich stark gestiegen sind. Wohnen in der Limmatstadt bleibt höchst attraktiv. Dieser jüngste Anstieg in Zürich steht im Kontrast zum moderaten Zuwachs der Angebotsmieten von 2.4 % über die vergangenen zwölf Monate und einer somit offenbar nur kurzen Verschnaufpause.
Ausblick 2026: Moderates Wachstum der Angebotsmieten in Aussicht
Die nachlassende Zuwanderung sorgt zwar für eine gewisse Entlastung auf dem Mietwohnungsmarkt, doch die Angebotsmieten werden 2026 voraussichtlich weiter steigen – wenn auch weniger stark als in den Vorjahren. Grund dafür ist die anhaltende Wohnungsknappheit, die durch die verhaltene Neubautätigkeit nicht ausreichend behoben wird. Waeber zieht daher als Fazit: “Für Mieter:innen heisst es: Der Trend bei den Mieten zeigt weiterhin aufwärts und insbesondere in zentralen Lagen dürfte die Wohnungssuche herausfordernd bleiben”.
