Deutliche Anspannung am Wohnungsmarkt 2025

Die leichte Entspannung auf dem Wohnungsmarkt 2024 hat sich als Strohfeuer erwiesen, schreibt das Bundesamt für Wohnungswesen BWO im neusten Wohnmonitor. Im Jahr 2025 hat sich der Wohnungsmarkt wieder verknappt. Zwar verlangsamt sich das Bevölkerungswachstum im Vergleich zu 2023 und auch 2024 weiter, doch steht dem weiterhin ein unzureichendes Angebotswachstum gegenüber. Zumindest haben sich die Mietsteigerungen etwas verlangsamt. Die Verschlechterung zeigt sich in allen Preissegmenten, wobei sich das obere Preissegment allerdings noch nahe am Gleichgewicht bewegt. Die im tiefen Preissegment spürbare Knappheit wurde in den vergangenen 20 Jahren nur im Jahr 2014 übertroffen. Regional betrifft die Knappheit im Mittelland aktuell primär den Aargau und die Zentralschweiz sowie die Gebiete um Zürich und in der Ostschweiz. Besorgniserregend ist aber auch die Situation im Berggebiet. Sowohl das Berner Oberland als auch Graubünden leiden unter einer angespannten Marktsituation. Anhaltend gut versorgt sind der Jura und das Tessin.
Die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt gibt weiterhin zu Besorgnis Anlass. Der Preis für die vorübergehende Entspannung 2024 waren deutliche Mietpreissteigerungen, sowie auch ein Anstieg der Nutzungskosten beim Wohneigentum. Diese Reduktion der Nachfrage durch höhere Preise geht primär zu Lasten der Personen und Haushalte, die ihre Wohnsituation verändern möchten. Die Versorgung aller Haushalte insgesamt ist zwar weiterhin intakt, allerdings sind die Wohnkostenbelastungen seit 2018 sowohl bei Miete als auch bei Kauf angestiegen und für tiefere Einkommen ist die Situation durchaus anspruchsvoll. Zumindest ist aufgrund der erneut rückläufigen Zinsen im Bestand für 2026 nur mit einem geringen Anstieg der Wohnkosten zu rechnen.
Die Situation wird sich nicht schnell ändern. 2026 ist ein sehr tiefes Bestandeswachstum zu erwarten, das auch dadurch beeinträchtigt wird, dass im urbanen Raum der Neubau häufig ein Ersatzneubau ohne grosse Mengenwirkung ist. Die ansteigenden Baubewilligungen und -gesuche lassen aber zumindest ab 2027 wieder stärkere Zuwachsraten erwarten. Dies soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass mittelfristig bei anhaltendem Haushaltswachstum grosser Handlungsbedarf besteht, da die Mengenausdehnung der Wohnungszahl zunehmend im überbauten Raum stattfinden muss.
Damit ist auch nicht davon auszugehen, dass die Knappheit wie diejenige von 2014 – 2016 rasch überwunden wird, es sei denn das Bevölkerungswachstum sei in den kommenden Jahren deutlich rückläufig. Wenn die Wohnversorgung insgesamt noch befriedigend ist, so ist das der vergangenen Entwicklung der Wohnungspreise und der damit einhergehenden Senkung der Nutzungskosten von Wohneigentum sowie dem durch die Zinsentwicklung bedingten, gebremsten Mietpreiswachstum im Bestand zu verdanken. Die Wohnversorgung der Schweizer Haushalte zehrt im Moment von der ausserordentlichen Entwicklung der 2010er Jahre.
