Erstmals seit mehreren Monaten steigen die ausgeschriebenen Preise für Wohneigentum schweizweit nicht weiter. Stattdessen zeigt sich im Februar eine leichte Korrektur: Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen werden beide leicht günstiger angeboten. Doch hinter dem nationalen Durchschnitt stehen markante regionale Gegensätze. Dies zeigen die aktuellen Zahlen des ImmoScout24-Kaufindex.

Einfamilienhäuser werden im Februar 2026 im Schnitt zu 0,4 Prozent tieferen Preisen angeboten als noch im Vormonat, bei Eigentumswohnungen geben die Preiserwartungen der Verkäufer und Verkäuferinnen um 0,1 Prozent nach. Dies zeigt der ImmoScout24-Kaufindex, der gemeinsam mit dem Immobilienberatungsunternehmen IAZI berechnet wird. Damit bewegen sich die Inseratepreise für Wohneigentum erstmals seit Sommer letzten Jahres wieder seit- respektive leicht abwärts. Augenfällig ist auch das im Vergleich zum Vormonat gewachsene Angebot – sowohl bei Einfamilienhäusern als auch bei Stockwerkeigentum. “Ob es sich bei diesen Entwicklungen um eine Trendwende oder lediglich eine kurze Verschnaufpause handelt, bleibt abzuwarten”, konkludiert Martin Waeber, Managing Director Real Estate der SMG Swiss Marketplace Group.

Regionaler Häusermarkt: Grossregion Zürich korrigiert deutlich
Bei den Einfamilienhäusern ist die Entwicklung in der Grossregion Zürich besonders auffällig. Im hochpreisigsten Marktgebiet des Landes sinken die Angebotspreise für Einfamilienhäuser mit 2,2 Prozent deutlich. Auch in der Ostschweiz kommt es zu spürbaren Rückgängen (minus 1,7 Prozent). Das Mittelland verzeichnet hingegen nur ein moderates Minus von 0,7 Prozent. Zulegen hingegen können die Nordwestschweiz (plus 2,1 Prozent) sowie das Tessin (plus 1,0 Prozent). Und mehrheitlich stabil präsentieren sich die Genferseeregion (plus 0,3 Prozent) und die Zentralschweiz (plus 0,2 Prozent).

Eigentumswohnungen: Zentralschweiz bremst Dynamik
Bei den Eigentumswohnungen sorgt ausgerechnet die Zentralschweiz mit ihrem zuletzt besonders dynamischen Immobilienmarkt für eine zumindest zeitweise Entlastung: Die Preise gehen gegenüber dem Vormonat um 2,3 Prozent zurück. Damit trägt die Region wesentlich zur landesweiten Beruhigung der Angebotspreise im Februar bei. Leichte Rückgänge zeigen sich auch im Mittelland (minus 0,7 Prozent) und in der Ostschweiz (minus 0,3 Prozent). Demgegenüber stehen Preisanstiege in der Grossregion Zürich (plus 1,1 Prozent) sowie abgeschwächt in der Genferseeregion (plus 0,7 Prozent) und in der Nordwestschweiz (plus 0,4 Prozent).

“Betongold” als stabiler Wert in unsicheren Zeiten
Ebenso dynamische wie anhaltende geopolitische Spannungen führen zu äusserst volatilen Finanzmärkten. Während sich dies in anderen Ländern auch im Immobiliensektor niederschlägt, bleibt dieser Markt für viele Anlegerinnen und Anleger in der Schweiz ein Stabilitätsanker in diesem Umfeld, wie auch Martin Waeber weiss: “Wohneigentum gilt traditionell als “Betongold”, als Sachwert mit Substanz, der langfristig Werterhalt verspricht und dadurch weniger anfällig auf kurzfristige Marktturbulenzen reagiert”. Gerade in Phasen erhöhter Unsicherheit rücke dieser Sicherheitsaspekt noch stärker in den Fokus. Kombiniert mit einer strukturell hohen Wohnraumnachfrage in wirtschaftlich starken Regionen, einem begrenzten Angebot an Bauland sowie der demografischen Entwicklung bringt ungeachtet von zeitweisen Schwankungen eine Preisstabilität mit sich.