Implenia mit gesteigerten Ergebnissen und positiven Wachstumsaussichten


Implenia erzielte im Geschäftsjahr ein EBIT von CHF 140,5 Mio. (2024: CHF 130,5 Mio.). Die EBIT-Marge stieg auf 4,0 % (2024: 3,7 %). Der Umsatz der Gruppe ging leicht zurück auf CHF 3 475 Mio. (2024: CHF 3 559 Mio.). Der Auftragsbestand erhöhte sich auf CHF 8 467 Mio. (2024: CHF 6 788 Mio.), was einem Wachstum von 24,7 % entspricht. Daraus wird ab 2027 ein steigender Umsatz erwartet. Die vorkalkulierte Projektmarge des Auftragsbestands verbesserte sich von 7,3 % Ende 2024 auf 7,8 %. Das Konzernergebnis betrug CHF 84,7 Mio. (2024: CHF 93,4 Mio.). Die Entwicklung war beeinflusst von höheren Finanzierungskosten – unter anderem aufgrund der vorzeitigen Refinanzierungen – und steuerlichen Einmaleffekten in den Vorjahren. Das Ergebnis vor Steuern stieg auf CHF 109,2 Mio. (2024: CHF 106,4 Mio.).
Die Division Buildings erreichte ein EBIT von CHF 75,6 Mio. (2024: CHF 75,0 Mio.), basierend auf dem leicht verbesserten Ergebnis des Hochbaus, den getätigten Immobilientransaktionen sowie der Beteiligung an Cham Swiss Properties. Der EBIT-Beitrag von Real Estate Development lag bei CHF 39,9 Mio. Der Umsatz der Division lag mit CHF 1 634 Mio. (2024: CHF 1 790 Mio.) unter Vorjahresniveau. Trotz des gesunkenen Umsatzes konnte die Division ihr EBIT leicht verbessern, was den Fokus auf die Marge unterstreicht. Der Auftragsbestand erhöhte sich auf CHF 2 810 Mio. (2024: CHF 2 382 Mio.). Der Buchwert des Real Estate Portfolios per 31.12.2025 blieb netto stabil bei CHF 190 Mio. (2024: CHF 191 Mio.). Die Division spezialisiert sich zunehmend auf grosse, anspruchsvolle Immobilienprojekte in den Bereichen Gesundheit, Forschung und Bildung, Data- und Logistikcenter sowie Verteidigung.
Im Geschäftsjahr 2025 hat die Division neue Projekte gewonnen: Unter anderem zwei weitere Datacenter in der Schweiz, das Klinikum 2 des Universitätsspitals Basel sowie das Forschungs- und Ausbildungszentrum Medizin der Universität Bern – Projekte in Bereichen, auf die sich Implenia spezialisiert hat. Zudem wurde die Division mit der umfassenden Modernisierung des ehemaligen Warenhauses Jelmoli in Zürich sowie des traditionsreichen Hotels The Park Gstaad und mit dem Neubau mehrerer grosser Wohnsiedlungen in der Schweiz und in Deutschland beauftragt.
Die Division Civil Engineering steigerte das EBIT im Vergleich zum Vorjahr auf CHF 55,0 Mio. (2024: CHF 48,2 Mio.), beeinflusst durch einen starken Beitrag des Geschäfts in Deutschland. Der Umsatz stieg leicht auf CHF 1 925 Mio. (2024: CHF 1 870 Mio.), währungsbereinigt CHF 1 940 Mio. Der Auftragsbestand wuchs auf CHF 5 593 Mio. (2024: CHF 4 344 Mio.). Die Division konzentriert sich auf ihre Kompetenzen in den Bereichen Tunnelling, Infrastruktur für Energieproduktion und -verteilung sowie Mobilität auf Strassen und Schienen.
Im Jahr 2025 hat die Division grosse Infrastrukturaufträge in den Bereichen Mobilität und Energie erhalten: Mit dem Tunnel Ostbahnhof ein weiteres Los der 2. S-Bahn-Stammstrecke in München, den innerstädtischen Abschnitt der Nordmainischen S-Bahn in Frankfurt, mehrere grosse Brückenprojekte in Deutschland und Norwegen, sowie fünf von sechs Losen des Mehrspurausbaus Zürich-Winterthur, inklusive Brüttenertunnel. Im Bereich Energie baut Implenia ein geologisches Tiefenlager für die Lagerung radioaktiver Abfälle in Schweden sowie in einem Allianzvertrag das Hauptbaulos des Wasserkraftwerks Imst-Haiming in Österreich.
Die Division Service Solutions verbesserte das EBIT auf CHF 20,5 Mio. (2024: CHF 17,9 Mio.). Der Umsatz ging leicht zurück auf CHF 243 Mio. (2024: CHF 247 Mio.). Wincasa wies per 31. Dezember 2025 Assets under Management von CHF 84,5 Mrd. aus (2024: CHF 81,1 Mrd.). Die Division konzentriert sich auf margenstarke Planungs- und Engineering-Leistungen und entwickelt ihr Angebot an Immobiliendienstleistungen weiter.
Wincasa hat in 2025 relevante neue Bewirtschaftungs-Mandate gewonnen, so für das Immobilienportfolio des Akara Swiss Diversity Property Fund PK mit einem Marktwert von rund CHF 3 Mrd. (ab 1.1.2026) oder die Bewirtschaftung des Portfolios der Pensionskasse PUBLICA im Umfang von CHF 4 Mrd. (ab 1.1.2027). Zudem konnten mehrere bestehende Kundenbeziehungen ausgebaut werden, zum Beispiel mit Swiss Prime Site.
Nachhaltigkeit: Neue Ziele bis 2030 definiert
Implenia erreichte für zentrale Leistungskennzahlen 2025 erneut eine «Limited Assurance». Neben CO2-Emissionen in Scope 1 und HR-, Safety- sowie Compliance-Kennzahlen, wurden neu auch die Emissionen in Scope 2 einbezogen. Zudem weist die Gruppe 2025 erstmals alle relevanten Scope 3 Emissionen vollständig aus und erzielte in Ratings wie MSCI (AAA) erneut sehr gute Resultate. Auf dieser Basis hat die Gruppe ihre Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickelt und sich bis 2030 neue Ziele gesetzt. Mehr dazu findet sich im Nachhaltigkeitsbericht, der erstmals im Geschäftsbericht integriert ist.
Free Cash Flow steigt
Der Free Cash Flow stieg deutlich um CHF 179 Mio. auf CHF 125,3 Mio. (2024: CHF 18,0 Mio., exkl. zweiter Tranche Kaufpreiszahlung Wincasa, ausgewiesen: CHF -53,6 Mio.). Per 31. Dezember 2025 standen dem Unternehmen alle syndizierten Kreditlimiten von CHF 400 Mio. sowie weitere bilaterale Kreditlinien zur Verfügung. Das Eigenkapital erhöhte sich um CHF 96,6 Mio. auf CHF 753,3 Mio. (2024: CHF 656,7 Mio.). Die Eigenkapitalquote stieg per 31. Dezember 2025 auf 23,5 % (2024: 21,2 %), bereinigt um die Festgeldanlage aus der vorzeitigen Refinanzierung der im März 2026 auslaufenden Anleihe. Die ausgewiesene Eigenkapitalquote lag entsprechend bei 22,6 %. Neben dem guten operativen Ergebnis trug die Überdeckung der Implenia Vorsorgeeinrichtung zu dieser positiven Entwicklung bei. Die Bilanzsumme stieg leicht auf CHF 3 202 Mio. (exkl. kurzfristiger Festgeldanlage aus dem Emissionserlös der Anleihe im April, 2024: CHF 3 098 Mio.).
EBIT-Prognose
Implenia erwartet für das Gesamtjahr 2026 ein EBIT von CHF ~150 Mio., vor ausserordentlichen Wachstumsinvestitionen von CHF 10-20 Mio. für die Strategieumsetzung. Diese unterstützen den Aufbau von Kompetenzen und Expertise für die weitere Differenzierung und Spezialisierung in den drei Divisionen. Gleichzeitig wird die Organisation in einzelnen Bereichen weiter optimiert und für zukünftigen Erfolg ausgerichtet. Da sich die mittelfristige Visibilität sowie die vorkalkulierte Projektmarge des Auftragsbestands weiter verbessert haben, erwartet Implenia ab 2027 ein im Vergleich zu CHF ~150 Mio. weiter gesteigertes EBIT. Die mittelfristigen Finanzziele sind unverändert eine Eigenkapitalquote von 25 % und eine EBIT-Marge von >4,5 %.
Implenia profitiert mit einem differenzierten Leistungsangebot von den Megatrends Bevölkerungswachstum und Urbanisierung, Energiewende und Nachhaltigkeit sowie Digitalisierung und Industrialisierung. Die Prognosen in relevanten Marktsegmenten der Schweiz, in Deutschland sowie in Europa sind positiv. Infrastruktur- und Verteidigungsprogramme erhöhen die Bauausgaben in den europäischen Märkten signifikant. Dies in Bereichen, in denen Implenia spezialisiert und erfahren ist. Im Hochbau fördert zudem das aktuell tiefe Zinsniveau das Wachstum. Um die Opportunitäten zu nutzen, setzt Implenia eine Wachstums- und Differenzierungsstrategie um. Dies wird es der Gruppe ermöglichen, den Umsatz ab 2027 sukzessive zu steigern sowie die EBIT-Marge und den Free Cash Flow weiter zu verbessern. Implenia wird seine strategischen Prioritäten am 3. Juni 2026 anlässlich eines Investor Day vertieft erläutern.
Implenia wird dieses Jahr 20 Jahre alt. Dieses Jubiläum und die 160-jährige Bautradition, die dahintersteht, wird mit verschiedenen Aktivitäten gefeiert.
Erhöhung der Dividende auf CHF 1,40 (+56 %) pro Aktie
Auf der Basis des wirtschaftlichen Erfolgs und der weiter gestärkten Bilanz beantragt der Verwaltungsrat der Generalversammlung vom 31. März 2026 eine Erhöhung der Dividende um 56 % auf CHF 1,40 (Vorjahr CHF 0,90) pro Aktie.
Personelle Veränderungen im Implenia Executive Committee (IEC)
Anita Eckardt, Head Division Service Solutions, wird per Ende März von ihrer Funktion zurücktreten. Die Leitung der Division übernimmt ab April bis auf Weiteres CEO Jens Vollmar. Claudia Bidwell, Chief Human Resources Officer (CHRO), wird per Ende März von ihrer Funktion zurücktreten. Petra Feigl-Fässler wird ab 1. September 2026 neue CHRO von Implenia und Mitglied des IEC. Derzeit ist Petra Feigl-Fässler Head of HR & Communications von Migros Industrie und Mitglied des Executive Committee. Zudem ist sie Verwaltungsrätin des Versicherungsunternehmens Groupe Mutuel und Stiftungsrätin von HIG-Immobilien. Zuvor hatte sie verschiedene Führungspositionen im Bereich HR bei grossen in der Schweiz und international tätigen Unternehmen. Petra Feigl-Fässler verfügt über einen Master in Volkswirtschaft der Universität St. Gallen sowie einen Abschluss in Change Management des INSEAD Paris.
