Der MoneyPark Real Estate Risk Index (RERI) steigt seit nunmehr zwei Jahren langsam, aber stetig an und stösst mit einem Wert von 3.7 erstmals seit Mitte 2021 wieder in den Bereich des leicht erhöhten Risikos vor.

Verhaltene Wirtschaftsaussichten und weiter steigende Arbeitslosigkeit halten die Risiken am Immobilienmarkt hoch, schreibt MoneyPark. Trotz Zoll­Deal im November 2025 bleiben die Wirtschaftsaus­ sichten in der stark betroffenen Industrie verhalten. Der Ein­ kaufsmanagerindex (PMI) zeigt nach wie vor Werte unter 50 In­ dexpunkten, was bedeutet, dass die befragten Unternehmen von einer schrumpfenden wirtschaftlichen Aktivität ausge­ hen. Etwas besser präsentiert sich die Lage bei den Dienstleis­ tungsunternehmen, welche seit Dezember 2025 wieder Werte leicht über 50 Indexpunkten angeben. Insgesamt bleiben die Wirtschaftsaussichten aber verhalten. Und auch die Arbeits­losigkeit steigt in der Schweiz weiterhin an – dies seit nunmehr drei Jahren. Im ersten Quartal 2023 lag sie noch bei 1.9%; im vierten Quartal 2025 erreicht sie mit 3.0% (saisonal adjustiert) den höchsten Wert seit Mitte 2021. Damit bestätigt die Ent­ wicklung der Arbeitslosenzahlen die verhaltenen Wirtschafts­ aussichten und hält die Risiken am Immobilienmarkt leicht er­ höht.

Im zweiten Halbjahr 2025 ist ungeachtet der weiter steigenden Immobilienpreise eine Belebung des Käufermarktes zu erken­ nen. Die Preise legen im dritten und vierten Quartal im Jah­ resvergleich um über 4% stärker zu als die allgemeine Infla­tion und sind damit ein zentraler Treiber für das wachsende Risiko am Immobilienmarkt. Dass die Risiken nicht noch höher ausfallen, liegt unter anderem daran, dass anbieterseitig die Hypothekarvergabepolitik verschärft wurde. So steigt der Ver­ schuldungsgrad der Käuferinnen und Käufer nur moderat an. Die strikte Vergabepolitik bewirkt, dass das Immobilienange­ bot auf eine immer kleiner und älter werdende finanzstarke Bevölkerungsschicht trifft, während gleichzeitig immer mehr potenzielle Käuferinnen und Käufer vom Markt ausgeschlos­ sen werden.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im zweiten Halb­ jahr 2025 an ihrer Nullzinspolitik festgehalten und damit die Basis für attraktive Hypothekarzinsen gelegt. Unter den Hypothekaranbietern besteht ein reger, aber kein sehr intensi­ ver Wettbewerb. Angesichts der tiefen SWAP­Sätze könnten die attraktivsten Angebote noch tiefer liegen und damit die Zins­ unterschiede zwischen den günstigsten und den teuersten An­ bietern ausgeprägter sein – insbesondere bei den langen Lauf­zeiten. Die Zinskurve bleibt mit einem Unterschied von 0.5% zwischen dem 2­ und dem 10­jährigen Swap­Satz verhältnis­ mässig steil und zeigt sogar den höchsten Wert seit Ende 2022. Das deutet darauf hin, dass die Unsicherheit bei den Markt­ teilnehmern erhöht ist und sie tendenziell eher wieder stei­ gende Zinsen erwarten. Allerdings nicht in einem Ausmass, das die finanzielle Attraktivität von Wohneigentum einschränken dürfte.

Ausblick: Risiken dürften auf aktuellem Niveau verharren

Für die kommenden Monate erwartet MoneyPark weiterhin ein leicht erhöhtes Risiko, aber keine weitere massive Verschärfung der Risiken am Immobilienmarkt. Die trüben Wirtschaftsaussichten, die für Schweizer Verhältnisse hohe Arbeitslosigkeit und die stetig steigenden Immobilienpreise sind im aktuellen In­dex abgebildet. Die aktuellste Konjunkturprognose der Exper­tengruppe des Bundes erwartet für 2026 ein gedämpftes Wirt­schaftswachstum, welches sich erst per 2027 wieder deutlich aufhellt. Dies könnte auch im ersten Halbjahr 2026 nochmals zu einer leichten Erhöhung der Risiken am Immobilienmarkt führen. Gleichzeitig dürften sich die restriktive Vergabepolitik der Hypothekaranbieter und die weiterhin stabile Nachfrage nach Eigenheimen auch in den nächsten Monaten mässigend auf die Risiken auswirken.