Retail Outlook 2026: Resilienz im Schweizer Detailhandel

Der Schweizer Detailhandel muss sich in einem anspruchsvollen Umfeld behaupten, schreibt die UBS im Retail Outlook 2026. Globale Unsicherheiten – vom Handels- und Zolldisput bis hin zu geopolitischen Spannungen – prägen auch hierzulande die Wirtschaftsentwicklung. Die Konsumentenstimmung bleibt nach wie vor gedämpft und bereitet den Detailhändlern Sorgen. Hinzu kommen die Preissensibilität der Kunden sowie der Konkurrenzdruck aus dem Ausland.
Trotz dieser Gegenwinde zeigt sich der Schweizer Detailhandel robust und konnte im vergangenen Jahr erneut ein Umsatzplus verzeichnen. Die nominalen Umsätze im Schweizer Detailhandel sind gemäss UBS-Schätzungen im Jahr 2025 um 1 Prozent gestiegen. Real betrachtet resultierte ein Wachstum von 1,8 Prozent. Die Preise im Detailhandel gingen weiter zurück und lagen im Schnitt 0,8 Prozent tiefer als im Jahr zuvor. Damit dürfte der Detailhandel als Ganzes ein stärkeres Wachstum als im Jahr 2024 verzeichnet haben
Nach mehreren Jahren mit rückläufigen realen Umsätzen gelang es gewissen Segmenten, 2025 wieder ein Wachstum zu erzielen. So legte der Bereich Heimelektronik zu, unter anderem getrieben durch das Auslaufen von Windows-10-Geräten und dem damit verbundenen Ersatzbedarf. Die realen Umsätze entwickelten sich auch im Bereich Haushalt/Wohnen positiv. Angesichts der rückläufigen Preise im Vorjahresvergleich (–2,2 Prozent) resultierte nominal betrachtet in diesem Segment jedoch ein Umsatzverlust. Nach wie vor positiv hervor sticht der Bereich Personal Care/ Gesundheit, der wie in den Jahren zuvor auch 2025 weiterwachsen konnte. Die Nachfrage im Segment wird seit einigen Jahren von Self-Care- und Langlebigkeitstrends gestützt. Die Umsätze im Freizeitsegment zeigten sich ebenfalls deutlich positiver als im Vorjahr, nicht zuletzt dank der Nachfrage nach Sportartikeln.
Kein reales Umsatzwachstum verzeichnen konnten hingegen die Segmente DIY/Garten/Autozubehör und das im Gesamtkontext sehr bedeutende Bekleidungs- und Schuhsegment, das seit Jahren rückläufige Umsätze aufweist. Diese Waren- gruppen sind dem Wettbewerb von ausländischen Onlinehändlern besonders ausgesetzt, was sich negativ auf die Umsatzentwicklung auswirkt.
Schwächere Nachfragedynamik im Detailhandel
Insgesamt erwartet die UBS für den Schweizer Detailhandel 2026 ein schwächeres reales Umsatzwachstum als noch im Jahr zuvor (+0,8 Prozent). Nominal dürfte wie bereits im Vorjahr ein Plus von 1 Prozent verzeichnet werden. Der Food-Bereich ist generell weniger zyklisch und wird von Faktoren wie dem Bevölkerungswachstum geprägt. Gemäss UBS-Prognosen dürften 2026 die realen Umsätze im Food- Bereich um 0,7 Prozent zulegen. Angesichts der erwarteten Preissteigerungen von 0,5 Prozent dürfte ein Nominalwachstum von 1,2 Prozent resultieren.
Die schwächere Konsumdynamik dürfte sich im Non-Food- Bereich bemerkbar machen. Hier wird erwartet, dass die realen Umsätze nicht mehr so deutlich zulegen wie im Vorjahr (+1 Prozent). Die Preise dürften leicht zurückgehen, wenn auch weniger stark als im Vorjahr. In Kombination bedeutet dies gemäss UBS- Prognosen ein nominales Plus von 0,7 Prozent. Nachdem der Onlinehandel 2025 gemäss GfK bis und mit zum dritten Quartal um 9 Prozent gewachsen ist, geht UBS davon aus, dass dieser auch 2026 zulegt und folglich besonders im Non-Food-Bereich weitere Umsätze ins Ausland abfliessen.
Merert Mügeli, UBS AG
