Nationalbank belässt SNB-Leitzins unverändert bei null Prozent

Die Nationalbank belässt den SNB-Leitzins unverändert bei 0%. Sichtguthaben der Banken bei der SNB werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins verzinst. Der Zinsabschlag auf Sichtguthaben oberhalb dieser Limite beträgt nach wie vor 0,25 Prozentpunkte. Bei Bedarf sei die Nationalbank weiterhin bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein, heisst es in einer Mitteilung. Die Inflation ist in den letzten Monaten leicht tiefer ausgefallen als erwartet. In der mittleren Frist ist der Inflationsdruck gegenüber der letzten Lagebeurteilung aber praktisch unverändert. Die Geldpolitik trage dazu bei, die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und stützt die Wirtschaftsentwicklung. Die Nationalbank wird die Lage weiter beobachten und die Geldpolitik wenn nötig anpassen, um die Preisstabilität sicherzustellen. Die Inflation ging seit der letzten Lagebeurteilung leicht zurück. Sie fiel von 0,2% im August auf 0,0% im November. Zu diesem Rückgang hat insbesondere eine tiefere Teuerung in der Hotellerie, bei den Mieten und bei Kleidern beigetragen.
Der Inflationsdruck ist gegenüber dem Vorquartal in der mittleren Frist praktisch unverändert. Kurzfristig liegt die bedingte Inflationsprognose zwar etwas tiefer als im September, in der mittleren Frist ist sie aber nur wenig verändert. Die Prognose befindet sich über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität (vgl. Grafik). Sie liegt im Jahresdurchschnitt bei 0,2% für 2025, 0,3% für 2026 und 0,6% für 2027 (vgl. Tabelle). Die Prognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum 0% beträgt. Die Weltwirtschaft wuchs im dritten Quartal stärker als erwartet. Die US-Zölle und die handelspolitische Unsicherheit belasteten zwar die globale Konjunktur, doch die Wirtschaftsentwicklung blieb in vielen Ländern bisher widerstandsfähiger als angenommen. Die Inflation blieb in den USA erhöht, während sie sich in der Eurozone nahe dem Zielwert bewegte.
Reaktionen auf den Zinsentscheid:
UBS
Die Renditen von Schweizer Staatsanleihen und die Zinsen von Festhypotheken sind seit Mitte November leicht gestiegen. Das Zollabkommen zwischen der Schweiz und den USA reduziert die Zollbelastung für Schweizer Exporte in die USA von 39 Prozent auf 15 Prozent. Das dürfte das Risiko einer deutlichen Konjunkturabkühlung mindern und damit die Wahrscheinlichkeit negativer Leitzinsen der Schweizerischen Nationalbank verringern. Bei ihrer Lagebeurteilung Anfang Dezember liess die SNB den Leitzins unverändert bei 0 Prozent. Wir gehen davon aus, dass sie diesen Kurs auch 2026 fortsetzen wird. Die Inflation dürfte im kommenden Jahr bei tiefen 0,3 Prozent bleiben. Das reicht jedoch nicht aus, um Diskussionen über eine Deflation heraufzubeschwören. Das Wachstum der Schweizer Wirtschaft im Jahr 2026 erwarten wir bei 0,9 Prozent und damit klar unter dem langjährigen Durchschnitt. Mit einem Zollabkommen dürften sich jedoch die Abwärtsrisiken spürbar reduzieren. Das spricht gegen weitere Zinssenkungen.
Aber auch Zinsanhebungen sind in diesem Umfeld noch weit entfernt. Wenn sich jedoch die Eurozone dank des umfangreichen deutschen Fiskalpakets erholt und sich zugleich der Konjunkturausblick für die Schweiz aufhellt, könnten die Renditen von Staatsanleihen und die Hypothekarzinsen im nächsten Jahr leicht anziehen. Solange die SNB den Leitzins bei 0 Prozent belässt, dürfte das allgemeine Zinsniveau im langfristigen Bereich tief bleiben. SARON-basierte Hypotheken werden sich voraussichtlich seitwärts bewegen.
Raiffeisen Schweiz
Warum hat die SNB ihren Leitzins nicht angepasst? Das SNB-Direktorium bewertet die Konjunktur- und Inflationsrisiken aktuell als weitgehend ausgewogen und sieht daher keinen Anlass, die geldpolitische Ausrichtung zu ändern. Die Schweizer Wirtschaft – insbesondere die Exportindustrie – bleibt erheblichem Gegenwind ausgesetzt. Die Zolleinigung mit den USA sorgt aber für Erleichterung und sollte helfen, grösseren Schaden in den betroffenen Sektoren abzuwenden. Der Schweizer Franken ist weiterhin stark, hat in diesem Jahr aber vor allem gegenüber dem Euro nicht weiter aufgewertet. Zusammen mit einer stabilen Binnennachfrage bleiben die Deflationssorgen gering. Für das kommende Jahr wird die Inflation wieder klar innerhalb des SNB-Zielbands von 0 bis 2 Prozent erwartet.
Wann könnte es nochmals zu einer Zinssenkung kommen? Die SNB hat ihren Leitzins frühzeitig und schnell von 1,75 Prozent auf null gesenkt. Das bereits sehr tiefe Zinsniveau trägt weiterhin zur Belebung der Konjunktur bei. Zudem hat die SNB mehrfach klar gemacht, dass die Hürde für eine Wiedereinführung von Negativzinsen deutlich höher liegt als für weitere Senkungen im positiven Bereich. Eine zusätzliche Zinssenkung ist zwar nicht ausgeschlossen, dafür müsste sich das konjunkturelle Umfeld aber deutlich weiter eintrüben. Ein erneuter Frankenschock könnte den Handlungsbedarf der Nationalbank erhöhen. Wenn gezielte Devisenmarktinterventionen nicht ausreichen, um die Wechselkursentwicklung nachhaltig zu dämpfen, bleibt nur der Leitzins als Gegenmittel. Dauerhafter Aufwertungsdruck könnte im Zuge einer stärkeren Verringerung des Zinsabstands zu den anderen wichtigen Währungsräumen entstehen. Solange sich die Europäische Zentralbank (EZB) jedoch ihre Leitzinsen auf einem komfortablen Niveau hält und den Abstand zur SNB wahrt, bleibt der Franken als Anlagewährung wenig attraktiv.
Properti
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am 11. Dezember 2025 entschieden, den Leitzins unverändert bei 0% zu belassen. Der Schritt wurde breit erwartet, denn Inflation, Konjunktur und Wechselkurs sprechen klar für Stabilität. Für den Immobilienmarkt bedeutet das weiterhin planbare Finanzierungskosten, ein robustes Nachfrageumfeld und stabile Preisstrukturen in vielen Regionen der Schweiz. Mit rund 0,1% liegt die Inflation weiterhin deutlich unter den Erwartungen der SNB . Zwar würde eine so tiefe Teuerung grundsätzlich Spielraum für weitere Zinssenkungen schaffen, doch die Nationalbank sieht aufgrund des kaum vorhandenen Deflationsrisikos keinen Bedarf. Die Preisstabilität erlaubt es der SNB daher, ihren Kurs ohne weitere Intervention fortzuführen. SNB-Präsident Martin Schlegel betonte erneut, dass eine Rückkehr zu Negativzinsen aufgrund der bekannten Nebeneffekte „eine wesentlich höhere Hürde“ hätte als Senkungen im positiven Bereich. Die Entscheidung vom 11. Dezember bestätigt diese Haltung eindeutig. Der Franken zeigt sich im Jahresverlauf gegenüber dem Euro stabil. Die EZB hält ihren Zinsabstand zur Schweiz weiterhin aufrecht, wodurch kein zusätzlicher Aufwertungsdruck entsteht. Damit entfällt ein zentraler Grund für kurzfristige Zinsanpassungen.
