Auf den ersten Blick hält der Wunsch nach Wohneigentum unvermindert an, weshalb auch im November die ausgeschriebenen Preise sowohl für Eigentumswohnungen als auch für Einfamilienhäuser im Landesdurchschnitt gestiegen sind. Allerdings gilt dies nicht für alle Teile der Schweiz. Stattdessen ergeben sich aktuell in mehreren Regionen je nach Objektart auch sinkende Preisvorstellungen. Dies zeigen die aktuellen Zahlen des ImmoScout24-Kaufindex.

Die Wolken am Schweizer Konjunkturhimmel mehren sich. Gemäss den neuesten Zahlen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) ist das Bruttoinlandprodukt im dritten Quartal 2025 spürbar geschrumpft. Zudem schreitet der Stellenabbau im Baugewerbe sowie in der Industrie voran. Während man meinen könnte, solche Entwicklungen dämpfen die Nachfrage nach Wohneigentum, ist in der Schweiz das Gegenteil der Fall und stabile Werte wie die eigenen vier Wände sind in solch einem Umfeld besonders gefragt. Dies antizipieren offenbar auch die Anbieter:innen von Wohneigentum: Die Angebotspreise für Stockwerkeigentum wurden im November schweizweit um durchschnittlich 0,6 Prozent erhöht, Einfamilienhäuser verzeichneten ein moderateres Plus von 0,3 Prozent. Wie der gemeinsam von ImmoScout24 und dem Immobilienberatungsunternehmen IAZI erhobene ImmoScout24-Kaufindex zeigt, verlaufen die Entwicklungen jedoch regional sehr unterschiedlich.

Häusermarkt: Knappes Angebot
Besonders deutlich manifestiert sich der Preisanstieg bei Einfamilienhäusern in der Zentralschweiz: Hier kletterten die ausgeschriebenen Preise im November um markante 3,9 Prozent. Auch das Mittelland (plus 1,2 Prozent) sowie die Nordwestschweiz (plus 0,5 Prozent) verzeichneten überdurchschnittliche Erhöhungen gegenüber dem Vormonat. Nahe am Schweizer Durchschnitt bewegten sich die Regionen Genfersee, Zürich und Tessin mit je plus 0,2 Prozent. Ein gegenteiliges Bild bietet die Ostschweiz: Nicht zuletzt aufgrund des derzeit umfangreicheren Angebots sanken hier die Preise um 2,5 Prozent – ein bemerkenswerter Rückgang im aktuellen Marktumfeld.

Region Ostschweiz als Wachstumstreiber
Bei den Preisen für Eigentumswohnungen zeigt sich die Ostschweiz hingegen auf Wachstumskurs: Während Einfamilienhäuser günstiger wurden, legten die Preise für Stockwerkeigentum deutlich zu – nämlich um 3,4 Prozent. Damit ist die Region massgeblich für den schweizweiten Preisanstieg in diesem Marktsegment verantwortlich. Weitere moderate Zunahmen gab es in der Grossregion Zürich und in der Nordwestschweiz (je plus 0,5 Prozent) sowie im Mittelland (plus 0,2 Prozent). Rückläufig zeigten sich hingegen die Zentralschweiz (minus 0,4 Prozent), das Tessin (minus 0,3 Prozent) sowie die Genferseeregion (minus 0,1 Prozent).

Stabile Werte, tiefe Kosten, hohe Freiheit
Martin Waeber, Managing Director Real Estate der SMG Swiss Marketplace Group, fasst die aktuelle Entwicklung am Eigenheim-Markt wie folgt zusammen: “Ein eigenes Zuhause ist in der Schweiz nach wie vor eine der robustesten Formen des Vermögensaufbaus, insbesondere auch im Kontext der privaten Altersvorsorge. Wer Wohneigentum erwirbt, investiert nicht nur in die eigenen vier Wände, sondern baut – ähnlich wie bei einer langfristigen Anlage in Gold – einen verhältnismässig stabilen, aber vor allem realen Wert auf.” Gleichzeitig würden viele Haushalte derzeit von tieferen Wohnkosten im Vergleich zur Miete profitieren, so Waeber weiter, was die Attraktivität des Wohneigentums zusätzlich stärke. “Dieser finanzielle Vorteil wird bei modernen Gebäuden mit guter Energiebilanz dank geringerer Betriebskosten zusätzlich verstärkt. Und nicht zuletzt bewerten viele Kaufinteressierte die Aspekte Raum zur Gestaltung, persönliche Entwicklung und individuelle Lebensentwürfe sehr hoch”, so Waeber zum Abschluss.