Noch unklare Aussichten für die Büroflächennachfrage

Der Schweizer Büromarkt ist nach wie vor in einem soliden Zustand. Tiefere Büroflächenumsätze könnten auf leicht steigende Leerstände hindeuten, wie CBRE im neuen Büromarktbericht schreibt.
Die schweizweit innerhalb von drei Monaten verfügbaren Büroflächen sind per Ende Juni 2025 leicht auf 2,11 Mio. m2 bzw. 4,3% des Bestandes (4,4% in Q1 2025) gesunken. Es ist bereits das fünfte Quartal in Folge, in dem die Büroverfügbarkeit oberhalb von zwei Millionen m² verharrt. Dieser generelle Rückgang ist für einmal auf eine Verringerung des Angebots in den Randgebieten von Genf und Zürich zurückzuführen. In Genf, wo ganze Bürogebäude vom Markt genommen wurden, um insbesondere in Wohnraum umgenutzt zu werden, ist die Verfügbarkeitsrate mit 7,8% erstmals seit Ende 2017 wieder unter die 8%-Marke gesunken. Mit einer auf 12,6% gefallenen Verfügbarkeitsrate macht sich in den Zürcher Vororten immer mehr die tiefe Neubautätigkeit und die Verlangsamung bei den Home-Office-induzierten Flächenbereinigungen bemerkbar. Bei gleichzeitigem Wachstum der Bürobeschäftigung wird das Überangebot allmählich abgebaut. Die Büroverfügbarkeit in den Stadtgebieten der fünf grössten Schweizer Zentren bleibt mit durchschnittlichen 3,6% auf einem niedrigen Niveau – mit Ausnahme der Stadt Basel (5,8%). Im Basler CBD (Central Business District) verharrt die Verfügbarkeitsrate mit 10,8% sogar nahe dem historischen Höchststand.
Zwar hat die Bestätigung der neuen US-Zölle im August den Entscheidungsprozess der (Industrie-)Unternehmen in Bezug auf ihre Immobilienstrategie teilweise verlangsamt. Ihre Auswirkungen auf die Büroflächennachfrage werden aber nur indirekt und zeitverzögert messbar sein. Die Beschäftigungsstatistik (BESTA) vom zweiten Quartal 2025 zeigt allerdings, dass sich das Stellenwachstum im tertiären Sektor weiter verlangsamt und in einigen Branchen im Vergleich zu Ende 2024 sogar negativ ausgefallen ist. Auch der von CBRE gemessene Schweizer Büroflächenumsatz ist im selben Zeitraum gesunken und zeigt eine schwächere Büronachfrage an.
