Die Preise für Stockwerkeigentum sind im August erneut gestiegen. Damit gewinnt die Debatte über Wohneigentum zusätzlich an Bedeutung – just in diesem Umfeld entscheidet das Stimmvolk am 28. September 2025 über die Abschaffung des Eigenmietwertes. Ein Votum, das weitreichende Impulse für Märkte, Eigentümer und Mieter hat.

«9163 Franken – so viel verlangen Anbieter:innen pro Quadratmeter Wohnfläche für Eigentumswohnungen per Ende August 2025», sagt Martin Waeber, Managing Director Real Estate der SMG Swiss Marketplace Group. Dies entspricht einem Preisanstieg von 0,5 Prozent im Monatsverlauf, wie der neue ImmoScout24-Kaufindex zeigt. Dieser wird von ImmoScout24 in Zusammenarbeit mit dem Immobilien-Beratungsunternehmen IAZI erhoben. Innert Jahresfrist resultiert damit ein Wachstum von 4,7 Prozent. Eine typische Stockwerkeinheit mit einer Fläche von 110 m² wird also bereits für etwas mehr als 1 Million Franken am Immobilienmarkt angepriesen. Die Preisschilder für Einfamilienhäuser erfuhren im abgelaufenen Monat nur eine geringe Erhöhung von 0,1 Prozent. In den letzten zwölf Monaten zeigt sich ein Plus von 4,1 Prozent. Das Muster-Einfamilienhaus mit einer Fläche von 140 m² wird aktuell für rund 1,1 Millionen Franken ausgeschrieben.

Regionaler Einfamilienhausmarkt: Deutlicher Rückgang in Zürich 
Auffällig ist der mit minus 2,4 Prozent starke Preisnachlass in der Grossregion Zürich. Trotz dieses verhältnismässig starken Rückgangs beträgt das Wachstum innert Jahresfrist noch immer hohe 5,0 Prozent. Ein leichter Rückgang ist auch in der Zentralschweiz (minus 0,2 Prozent) feststellbar. In fast allen übrigen Regionen sind Erhöhungen zu verzeichnen: Allen voran im Mittelland (plus 1,4 Prozent), der Ostschweiz (plus 0,7 Prozent), in der Nordwestschweiz (plus 0,5 Prozent) und in der Genferseeregion (plus 0,3 Prozent). Im Tessin hingegen gab es keine Veränderung (0,0 Prozent).

Eigentumswohnungen: Ostschweizer Angebote legen am meisten zu
Die Angebotspreise für Stockwerkeigentum erhöhen sich in vielen Regionen. Am deutlichsten zeigt sich dies in der Ostschweiz (plus 1,1 Prozent), gefolgt von der Genferseeregion (plus 1,0 Prozent), der Nordwestschweiz (plus 0,7 Prozent), dem Tessin (plus 0,6 Prozent) und der Grossregion Zürich (plus 0,4 Prozent). Leicht zurückgekommen sind die Angebote im Mittelland (minus 0,3 Prozent) und in der Zentralschweiz (minus 0,3 Prozent).

Was passiert mit dem Eigenmietwert?
Preise und Zugang zu Wohneigentum sind aufgrund einer Schweizer Eigenheit aktuell in aller Munde, denn am 28. September 2025 befindet das Stimmvolk über die Abschaffung des Eigenmietwerts. Die Besteuerung des fiktiven Mietwerts selbstbewohnter Immobilien als Einkommen ist zunehmend umstritten. Kritiker sehen darin eine Doppelbelastung von Wohneigentümern und ein Hemmnis für den Erwerb von Wohneigentum. Befürworter des Eigenmietwertes betonen hingegen die steuerliche Gleichbehandlung von Mietern und Eigentümern sowie die Gefahr von Steuerausfällen für Bund und Kantone. Bei Annahme der Vorlage werden im Gegenzug auch Schuldzinsenabzüge und Unterhaltskosten gestrichen – ein Punkt, der viele Eigentümer mit hohen Hypotheken direkt betrifft. «Die Abstimmung verspricht daher nicht nur finanzielle, sondern auch wohnpolitische Signalwirkung für die kommenden Jahre. Der Schritt würde die Schweiz steuerpolitisch international angleichen. Für viele bestehende Eigentümer käme es zu einer Entlastung. Gleichzeitig würden sich jedoch die Anforderungen an Käufer erhöhen, zum Beispiel durch eine steuerliche Mehrbelastung infolge des wegfallenden Schuldzinsenabzugs», erläutert Waeber abschliessend.