Im Ferienmonat Juli sind die Angebotsmieten gegenüber dem Vormonat so gut wie unverändert geblieben. Dies unterstreicht eine Entwicklung seit Jahresbeginn, wonach sich eine Entspannung am Schweizer Mietwohnungsmarkt abzeichnet, insbesondere auch im langjährigen Vergleich. Dies gilt aber nicht für alle Kantone gleichermassen, wie die aktuellen Zahlen des Homegate-Mietindex zeigen.

Der Homegate-Mietindex für Angebotsmieten wird vom Immobilienmarktplatz Homegate in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank (ZKB) erhoben. Er misst die monatliche, qualitätsbereinigte Veränderung der Mietpreise für neu und wieder zu vermietende Wohnungen anhand der aktuellen Marktangebote. Gegenüber dem Vormonat ist der Index im Juli um 0.1 Punkte gestiegen und steht nun bei 130.9 Punkten (plus 0.1 %). Gegenüber dem Vorjahr konnten die Angebotsmieten schweizweit um 1.7 % zulegen.

Dies unterstreicht die Anzeichen einer Entspannung am Schweizer Mietwohnungsmarkt seit Jahresbeginn. So stiegen die Angebotsmieten in diesem Zeitraum um 1.3 Prozent. Im Vorjahreszeitraum war der Anstieg noch mehr als doppelt so stark. Martin Waeber, Managing Director Real Estate der SMG Swiss Marketplace Group, sieht einen der Gründe für diese Entwicklung in der Zuwanderung: “Die Nettozuwanderung in die Schweiz lag in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 um 11 Prozent tiefer als im gleichen Zeitraum 2024. Damit setzt sich der rückläufige Trend fort, als die Nettozuwanderung 2024 bereits 15.6 Prozent unter dem Niveau von 2023 lag. Dies führte zu einem stärkeren Abflachen der Mietentwicklung.” Dennoch bleibt die Mietpreissteigerung seit Juli 2020 bemerkenswert: Die Angebotsmieten in der Schweiz sind seither um insgesamt rund 14 Prozent gestiegen. Im Kanton Zürich liegt das Mietpreisniveau um über 21 Prozent höher als noch vor fünf Jahren.

Veränderung in den Kantonen: Höhere Mieten primär in der Ost- und Zentralschweiz
Ein Blick auf die Kantone mit dem stärksten Mietpreisanstieg zeigt, dass der Kanton Schwyz und einige Ostschweizer Regionen die obersten Plätze belegen. Seit Jahresbeginn sind die Angebotsmieten im Kanton Schwyz um 3.5 Prozent gestiegen, gefolgt von Graubünden, Glarus und Appenzell (je 2.5 %; die Appenzeller Kantone werden zusammengefasst). Obwohl diese Steigerungen beträchtlich sind, waren die Zuwächse im gleichen Zeitraum des Vorjahres in den damals führenden Kantonen noch deutlich höher.

Veränderung in den Städten: Schwächerer Mietpreiszunahme in den Zentren
Der Rückgang des Mietpreiswachstums der Schweiz ist getrieben durch die Entwicklung in den urbanen Zentren, wo sich der Markt beruhigt. In der Stadt Zürich stiegen die Mieten seit Jahresbeginn um 1.7 Prozent – deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum mit 3.1 Prozent und weit entfernt von den 8.2 Prozent in den ersten sieben Monaten 2023. Erstmals seit mehreren Jahren wachsen die Mieten in der Stadt Zürich und im Kanton zudem wieder im ungefähr gleichen Tempo. Auch in anderen Schweizer Städten war das Mietwachstum seit Beginn des Jahres nicht überall gleich hoch. Luzern verzeichnet gegenüber Dezember 2024 das grösste Plus von 1.8 Prozent, gefolgt von Zürich (plus 1.7 %) sowie Bern und Lugano (je plus 1.4 %). Dies nach einem deutlichen Minus in Lugano für Juli gegenüber dem Vormonat (minus 1.3 %).

Ausblick: Moderate Preisanstiege zu erwarten
Auch in den kommenden Monaten und Jahren rechnet Waeber mit einem moderaten Anstieg der Angebotsmieten: “Die Impulse aus der Neubautätigkeit dürften nicht ausreichen, um der aktuellen Mietpreisentwicklung entgegenzuwirken”. Entsprechend werde voraussichtlich auch die Zahl der leeren Mietwohnungen erneut leicht sinken, was in Kombination mit einer stabilen, wenn auch leicht rückläufigen Zuwanderung zu weniger steilen, wenn auch anhaltend höheren Mietpreisen führen wird, prognostiziert Waeber.