Die Zahl der Logiernächte stieg im letzten Jahr um 2,5 Prozent (rund 1,1 Millionen) leicht an und erreichte mit fast 43 Millionen einen neuen Rekordwert. Dementsprechend kam es im vierten Jahr in Folge zu keiner Konsolidierung in der Hotelleriebranche. 2024 waren lediglich sechs Betriebe weniger geöffnet als im Jahr zuvor. Die Bettenauslastung stagnierte im Vergleich zum Vorjahr bei rund 45 Prozent. Die Zahl der inländischen Gäste blieb mit rund 21 Millionen nahezu konstant. Die Zunahme der Übernachtungen war fast ausschliesslich auf ausländische Gäste zurückzuführen (22 Millionen). Das grösste Plus verzeichneten Gäste aus den USA, China und Frankreich. Der Zuwachs an Logiernächten konzentrierte sich überwiegend auf die städtisch geprägten Kantone. Am stärksten legten die Kantone Aargau (8 Prozent), Genf (7 Prozent), Basel-Stadt sowie Zürich (je 5 Prozent) zu. Demgegenüber stagnierte in fast der Hälfte aller Kantone die Übernachtungszahl oder war leicht rückläufig.

Damit übertraf die grosse Mehrheit der Kantone das Niveau von 2019, die städtischen Kantone sogar um über 10 Prozent. Weiterhin deutlich weniger Übernachtungen als 2019 zählten im vergangenen Jahr die drei Zentralschweizer Kantone Nidwalden (–8 Prozent), Uri (–8 Prozent) und Obwalden (–12 Prozent).

Betriebsgewinne unter Druck

Ähnlich wie bei den Logiernächten konnte auch der Umsatz im Jahr 2024 nicht an die deutlichen Zuwächse der Vorjahre anknüpfen. So stiegen die Umsätze der Hotelbetriebe im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 1 Prozent. Doch gemäss HotellerieSuisse gingen die Umsätze in rund einem Drittel der Betriebe zurück. Ausserdem belasteten höhere Kosten das Ergebnis. Knapp zwei Drittel der Betriebe verzeichneten steigende Kosten, mehrheitlich getrieben durch höhere Personalkosten und Energiepreise sowie die allgemeine Inflation. Wurden diese Mehrkosten 2023 noch weitgehend an die Gäste weitergegeben, beliess im vergangenen Jahr die Mehrheit der Betriebe ihre Preise unverändert oder senkte sie sogar.

Die Bewertungen von Hotellerieliegenschaften stiegen im letzten Jahr wieder, nachdem sie in den beiden vorangegangenen Jahren gesunken waren. Die Kapitelwertrendite in der Hotellerie erhöhte sich 2024 um 2,2 Prozent, was durch einen überdurchschnittlich hohen Anstieg der Mieteinnahmen in den Städten gestützt wurde. So nahm die Einkommensrendite deutlich auf 4,7 Prozent zu und lag damit über dem zehnjährigen Durchschnitt von 4,1 Prozent. Insgesamt führte dies bei Hotels mit 7,0 Prozent zur höchsten Gesamtrendite unter allen direkten Schweizer Immobilienanlagen im letzten Jahr.

Ausblick

Das hohe Niveau der Logiernächte in der Schweiz macht weitere grosse Wachstumssprünge im laufenden Jahr unwahrscheinlich. Insbesondere bei der inländischen Nachfrage ist eine allmähliche Sättigung spürbar. Das grösste Wachstumspotenzial besteht bei Gästen aus dem asiatischen Raum, deren Übernachtungszahlen weiterhin teilweise deutlich unter dem Niveau von 2019 liegen. Ein globaler konjunktureller Einbruch als Folge der Zollpolitik der USA droht jedoch das Wachstum der Übernachtungen abzuwürgen. Der Fachkräftemangel dürfte die Hotellerie auch längerfristig vor grosse Herausforderungen stellen und ein Kostentreiber bleiben. Ob die höheren Kosten durch Preiserhöhungen kompensiert werden können, ist fraglich. Ein schwächeres erwartetes Wirtschaftswachstum dürfte zudem die Zahlungsbereitschaft für touristische und geschäftliche Hotelübernachtungen senken.

Autoren: Katharina Hofer, Economist, UBS Switzerland AG; Matthias Holzhey, Economist, UBS Switzerland AG