Der als Berg- und Landschaftsmaler national wie international bekannte Künstler Valentin Roschacher hat sein malerisches Repertoire stark erweitert. Neben seinen bekannten Gebirgslandschaften, die der Künstler in hunderten von Stunden mit Pinseln malt, die lediglich 1, 2, 3 oder 4 Haare haben, überrascht Roschacher nun auch mit semi-abstrakten, figurativen und symbolistischen Werken, die man von ihm wohl nicht erwartet hätte.

Aufgelöste Formen

Erstmals hat der Kunstmaler im Jahre 2019 damit begonnen, die bekannten Formen in seinen Werken aufzulösen. Vertikale, farbige Streifen erscheinen hier anstelle des gewohnten Himmels über den Gebirgslandschaften und ermöglichen dem Betrachter eine ganz neue Sichtweise. Das Ölbild «LaMargna APA Nr. 13» vermittelt mit dem horizontalen Grundmuster des Himmels, überlagert von farbigen trigonometrischen Formen, dem in klassischer Manier wiedergegebenen Gebirge und dem darunter liegenden, in farbigen Sektoren unterteilten Silsersee, ein ganz neues Seherlebnis.

Philosophie in Malerei umgesetzt

Das Matterhorn bietet dem Künstler im Werk «Ideenlehre Platon: Matterhorn» die Gelegenheit, dem Betrachter eine Annäherung an die Lehre des griechischen Philosophen zu ermöglichen. Wie verhält sich das wahrnehmbare Phänomen zur unveränderlichen Idee?

In der Serie «turn-it! Matterhorn» wiederum bildet dieses Gebirge die Vorlage für zirkuläre Werk, bei dem der Käufer das Bild, je nach seinem Gusto, in unterschiedlichen 90 Grad-Positionen aufhängen kann.   

Prophetisches Bild

Im grossformatigen Bild «Reiter der Apokalypse: Gegenwart» (140 x 140 cm) zeigt Valentin Roschacher in Anlehnung an die Offenbarung des Johannes seine eigene neuzeitliche Interpretation. Im Gegensatz zu den vier apokalyptischen Reitern, die in der Johannes-Offenbarung den Tod auf Erden verbreiten, lässt der Künstler in seinem Bild neun Reiter der Apokalypse auftreten. In diesem Werk, das im Jahr 2019, also noch vor der Corona-Zeit entstanden ist, geht Roschacher prophetisch auf die Gefahren ein, welche nach seinem Dafürhalten das Zusammenleben auf der Erde beenden könnten.

Übergang ins Abstrakte

In sechs grossformatigen Bildern (jeweils 160 x 240 cm) zeigt Roschacher den Übergang von einer in allen Details ausgearbeiteten Gebirgslandschaft (Bernina-Kette) hin zur Gegenstandslosigkeit. Die Gebirgskette löst sich von Bild zu Bild mehr auf, bis schliesslich nur noch Linien, Kreise und andere geometrische Figuren zu sehen sind, welche den Betrachter aber dennoch die Bernina-Kette darin sehen lässt.

Besondere Beziehung zu Gauguin

Eine ganz besondere, ambivalente Beziehung verbindet Valentin Roschacher mit dem Maler Paul Gauguin, dessen Bilder ihm schon früh in seiner Jugendzeit begegnet sind. Auch wenn er sich weder mit dem Charakter noch dem traurigen Schicksal dieses Kunstmalers identifizieren mochte, hat er dessen Werke doch genau studiert und dabei auch Unstimmigkeiten in der Formgebung durch Paul Gauguin festgestellt. In vier Werken interpretierte Valentin Roschacher mehrere Motive des französischen Malers. Die Besucherinnen und Besucher können sich davon überzeugen, dass das Resultat durchaus gelungen ist.