Bauindex: Rekordhohe Bauteuerung treibt Umsatzwachstum

Im 3. Quartal 2022 verzeichnet der Bauindex der Credit Suisse und dem Schweizerischen Baumeisterverband einen weiteren Anstieg auf einen neuen Höchststand von 158 Punkten. Bereinigt um Saison- und Kalendereffekte wird für die Umsätze des Bauhauptgewerbes ein Plus von 4.1% gegenüber dem Vorquartal erwartet. Dieser deutliche Anstieg beschönigt jedoch die wirtschaftliche Situation der Branche. Zum einen dürften die Umsätze aus dem schwankungsanfälligen öffentlichen Hochbau aussergewöhnlich hoch ausfallen. Zum anderen ist der Umsatzzuwachs massgeblich auf höhere Baupreise und nicht nur auf eine höhere Produktion zurückzuführen. Entsprechend hängt die mittelfristige Umsatzentwicklung auch stark von der weiteren Entwicklung der Baumaterialpreise ab. Diese sind zuletzt noch stark gestiegen. Jedoch gibt es erste Anzeichen für eine Abschwächung der Preisdynamik bei einigen Rohstoffen und Basismetallen. Der globale Konjunkturabschwung könnte folglich in den nächsten Quartalen die Baupreisentwicklung etwas abschwächen.
Früher als erwartet hat die Schweizerische Nationalbank ausserdem im Juni den Leitzins von –0.75% auf –0.25% angehoben und die Negativzinsen könnten noch im laufenden Jahr fallen. Von den Zinsanstiegen geht ein bremsender Effekt auf die Baunachfrage aus, da sich die Finanzierungskosten erhöhen und die Immobilienrenditen im Vergleich zu anderen Anlageklassen an Attraktivität verlieren. Gleichzeitig bleibt der Investitionsbedarf bei Wohnen und Infrastruktur hoch – auch weil die Zuwanderung aus dem Ausland zuletzt wieder stark angestiegen ist.
