Massive Angebotsausweitung am Schweizer Mietwohnungsmarkt

Die Verkürzung der Insertionszeit am Schweizer Mietwohnungsmarkt setzte sich auch im aktuellen Berichtsjahr fort: Die durchschnittliche Dauer, während der eine Mietwohnung inseriert werden muss, bis ein Mieter gefunden ist, beläuft sich neu auf noch 32 Tage (2019: 34, 2018: 38 Tage). Dies ergibt der Online-Wohnungsindex OWI, der von SVIT Schweiz und dem Swiss Real Estate Institute halbjährlich publiziert wird, für den Zeitraum April 2020 bis März 2021. Auch der stetige Anstieg der Inseratezahl hält unvermindert an: In der Berichtsperiode wurden rund 513’000 Mietwohnungen auf den Schweizer Marktplätzen angeboten (2019: 455 000, 2018: 432 000). Die verkürzte Insertionszeit bei gleichzeitigem Anstieg der Inserate bedeutet, dass sich der Mietwohnungsmarkt deutlich belebt und die Nachfrage steigt bzw. dass die Mietdauer abnimmt. Covid-19 konnte diesen gesamtschweizerischen Trend nicht brechen – im Gegenteil. Es ist davon auszugehen, dass die Pandemie für viele Mieter der Auslöser war, die eigene Wohnsituation zu überprüfen und anzupassen.
In 21 von 26 Kantonen wurde eine Verkürzung der Insertionszeiten registriert. Am markantesten war diese im Kanton Graubünden (-20 Insertionstage). Im Kanton Zug nahmen die durchschnittliche Dauer von 21 auf 14 Tage ab. In Zug dürfte es am schwierigsten sein, eine Mietwohnung zu finden. Am einfachsten ist es hingegen im Tessin: Dort müssen Mietwohnungen im Durchschnitt fast zwei Monate ausgeschrieben werden, bis ein Erst- bzw. Nachmieter gefunden wird. Augenfällig ist der Unterschied zwischen Deutsch- und Westschweiz. In der Romandie verharrten die Insertionszeiten auf dem Vorjahresniveau, während in der Deutschschweiz alle Kantone eine teilweise deutlich kürzere Dauer verzeichnen.
In den Städten hat das Corona-Jahr am Mietwohnungsmarkt zu einem sprunghaften Anstieg der Wohnungsinserate geführt. Stieg das Volumen in der Vorjahresperiode bescheidene 3,5%, verzeichneten die 12 untersuchten Städte im Corona-Jahr zusammen einen Anstieg der Inseratezahl um 32%. Wenn überhaupt, so stieg dadurch die durchschnittliche Insertionsdauer aber kaum. Dies deutet darauf hin, dass Mieter die Stadt nicht verliessen. Vielmehr kam es zu deutlich mehr Binnenbewegungen.