Wohnungsbau als Sorgenkind

Der Bauindex verharrt im 4. Quartal 2018 auf dem Stand von 138 Punkten. Die Credit Suisse erwartet im Vergleich zum Vorquartal eine Seitwärtsbewegung der saisonbereinigten Umsätze sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau. Damit dürfte das für das Bauhauptgewerbe bezüglich Umsatz erfolgreiche Vorjahr 2018 nicht mehr erreicht werden. Deshalb prognostiziert die CS einen Umsatzrückgang von rund 4%. Die robuste Konjunktur, das steigende Beschäftigungswachstum und die Unterstützung der noch immer präsenten Negativzinsen seien indes konstruktive Vorzeichen für einen guten Start in das Jahr 2019. Ein Sorgenkind bleibe jedoch der Wohnungsbau. In der Schweiz steht inzwischen jede vierzigste Mietwohnung leer, in vielen Regionen ausserhalb der Zentren gar deutlich mehr. Zwar hat der Wohnungsbau zuletzt etwas nachgelassen, doch schon heute scheint klar, dass auch im kommenden Jahr mehr Mietwohnungen auf den Markt kommen werden, als dieser zu absorbieren vermag. Die Frage ist: Wann ist der Punkt erreicht, an dem Investoren das Verhältnis zwischen Rendite und Risiko als nicht mehr attraktiv erachten? Tatsächlich ist im 3. Quartal 2018 das Volumen der baubewilligten Wohnungen rund 20% tiefer ausgefallen als im Vorjahr. Dieser Rückgang dürfte sich ab dem 2. Halbjahr 2019 in den Umsätzen der Baumeister bemerkbar machen. Ob er vorübergehend ist oder ob damit die Trendwende eingeleitet ist, bleibt laut CS vorerst offen.